|

Schnaps ("nubbe") auf einem Mittsommerfest
(Bild: Jon Åslund)
Alkohol in Schweden
Alkohol ist noch immer teuer in Schweden.
Deshalb muss man als Gast damit rechnen, dass
mann nicht so viel bekommt, wie man gerade gern
trinken will. Man guckt halt und sieht, wie
viel da ist und ob es für alle reicht. Man hält
sich zurück.
Wenn ausreichend Alkohol da ist, darf man
sich nach Aufforderung den Wein, das Bier und
manchmal auch den Schnaps selbst nachschenken.
Früher sagte der Gastgeber dann, es gelte "fri
drickning"; heute geht es weniger formell zu.
Wenn man unsicher ist, was gilt, sollte man
sehen, wie sich die anderen Gäste
verhalten.
Kontinentale Trinkgewohnheiten greifen Raum
in Schweden. Es wird öfter getrunken.
Andererseits muss nicht jeder Abend gleich in
einem Besäufnis enden. Die Schweden haben
entdeckt, dass man eine Flasche auch wieder
zumachen kann.
Abstinenz
Die Abstinenzler-Bewegung ist heute noch
stark in Schweden. Das hat auch politische
Gründe. Noch Anfang des letzten Jahrhunderts
wurden viele Arbeiter mit Schnaps entlohnt und
dämmerten so in einem permanenten Rausch
dahin.
Das Aufkommen der Sozialdemokratie war
deshalb eng mit einer Abkehr vom Alkohol
verbunden. Wer bewusst leben wollte, sich und
die Welt verändern wollte, der musste weg vom
Schnaps.
Systembolaget
Abstinenzler ("nykterister") gibt es deshalb
auch heute noch viele in Schweden. Auch
"Systembolaget", das staatliche Monopolgeschäft
für Alkohol, ist eine Folge dieser Haltung zum
Schnaps.
Wer in einer schwedischen Familie eingeladen
ist, in der es keinen Alkohol gibt, sollte das
respektieren.
Übrigens gibt es bei "Systembolaget" ganz
passablen alkoholfreien Wein und Sekt und
natürlich auch alkoholfreies Bier.
Mehr zum Thema findet sich auf unserer Seite
Bier, Wein und
andere alkoholische Getränke.
|
Alkohol in der Öffentlichkeit trinken?
In vielen Städten und Gemeinden
ist Alkoholtrinken auf Straßen
und Plätzen allenfalls mit "folköl"
(2,8 % vol.) erlaubt. Wenn man mit
"mellanöl" (3,5 % vol.) oder Stärkerem von
der Polizei erwischt wird, kann sie die
Flaschen/Dosen ausschütten und ein Bußgeld
verhängen. Vor allem in den Stadtzentren sollte
man deshalb mit mitgebrachtem Alkohol
vorsichtig sein.
Bußgeld SEK 500
In Göteborg z. B. beträgt das Bußgeld 500
SEK, wenn man auf der Avenyn außerhalb der
Straßencafés Alkohol trinkt. Nur in gewissen
Parks ist Alkohol in der Öffentlichkeit
erlaubt. In Göteborg gilt das für den
Slottsskogen.
|