Noch vor ihrer ersten Fahrt nach Kiel hatten wir Gelegenheit, die neue Stena Germanica zu besichtigen und zu fotografieren. Kapitän Wiggo Lander führte uns am Tag der feierlichen Schiffstaufe durch die Restaurants, Bars und Zimmer seines neuen Schiffs.
Das Hotel an Bord der Stena Germanica III hat 495 Zimmer, davon 26 Suiten. Die Zimmer haben unterschiedlichen Standard, der drei, vier oder fünf Sternen entspricht – von “Kabinen” wird kaum noch gesprochen. Die Fähre hat zwei Restaurants: das Buffet-Restaurant Taste und das À-la-carte-Restaurant Metropolitan. An Bord gibt es überdies vier Bars, die unterschiedliche Ausrichtung und Getränkeauswahl haben. Daneben gibt es ein eigenes Restaurant für die LKW-Fahrer, in dem außer Leichtbier kein Alkohol serviert wird.
Die 2001 gebaute Fähre ist für ihre neue Aufgabe inwendig komplett modernisiert worden. Alle Restaurants, Bars und Zimmer haben eine neue Einrichtung erhalten. Das Design wirkt edel, sachlich und skandinavisch frisch, teilweise mit dunklen Holztönen. In den Zimmern gibt es viele technische Finessen. Einige Suiten haben eine eigene Sound-Anlage mit Docking-Station fürs Iphone. Zwei Suiten haben sogar einen eigenen Außen-Whirlpool mit freiem Blick auf die Sterne. In vielen Zimmern gibt es unterschiedliche Beleuchtungsprogramme für Tag, Abend und Nacht. Alle Zimmer, auch die Standard-Zimmer, haben Fußbodenheizung im Bad.
Im Gegensatz zur alten Stena Germanica hat das Schiff keine Tanzfläche und keine Disco. Man wähnt sich eher in einer gepflegten Hotel-Lobby. Ins Bild passt auch die neuartige, automatisierte Weinprobe, die man an Bord machen kann, und die “Show Kitchen” im Restaurant Metropolitan.
Offenbar hat man mit der neuen Fähre eine anspruchsvollere, vielleicht auch ältere Zielgruppe im Auge. Deshalb wird die neue Stena Germanica auch nicht als Rock-Boot von Göteborg nach Kiel fahren. Diese Aufgabe übernimmt die Schwester-Fähre Stena Scandinavica II noch bis zur Ankunft der Scandinavica III im Januar. Anschließend wird die Scandinavica II renoviert und auf der Strecke Karlskrona – Gdynia eingesetzt.
Die neue Stena Germanica hat einen Wert von einer Milliarde Schwedenkronen. Dazu investiert die Stena Line noch einmal 500 Millionen Schwedenkronen in Umbauten an Bord und an Land. Die westschwedische Region um Göteborg freut es, genauso wie den Seehafen Kiel. Die Investitionen bedeuten Arbeitsplätze und zeigen den Willen der Stena Line, an der Route Kiel – Göteborg festzuhalten.
Vor sieben, acht Jahren, nach dem Platzen der IT-Blase und der Abschaffung der Taxfree-Regelung, sah es eine Zeitlang so aus, als ob Stena Line die Route aufgeben wollte. Manchmal war ich fast alleine auf der Germanica oder Scandinavica, abgesehen vom Alleinunterhalter JJ da Silva und den LKW-Fahrern – den LKW-Fahrern, Stenas treuesten Gästen, darf man danken, dass es die Route heute noch gibt. Nach dieser schweren Zeit begann die Stena Line zum Glück wieder, in die Restaurants, Unterhaltungsangebote und Kabinen zu investieren.
Die neue Stena Germanica ist noch einmal ein Quantensprung nach vorne: mehr Luxus, mehr Service, mehr Erlebnis. Das hat allerdings seinen Preis. Eine Überfahrt kostet heute ungefähr doppelt soviel wie vor sieben, acht Jahren.
Am Tag der Schiffstaufe: Kapitän Wiggo Lander, die schwedische Infrastrukturministerin Åsa Torstensson und der Chef der Stena-Line-Route Göteborg - Deutschland, Claes Berglund (von links)
Hier kommen weitere Impressionen von der neuen Stena Germanica:
| Unsere Empfehlungen • Nelly: Schwedische Mode-Neuigkeiten jeden Tag • Stena Line: Autofähren nach Schweden, z. B. Kiel - Göteborg • Nordland-Shop: Landkarten, Reiseführer, Sprachkurse, Lebensmittel ... • Fritz Berger: Ausrüstung für Camping und Outdoor in Schweden |














