Grauer Lappen in Schweden – Meine erste Führerscheinkontrolle nach 13 Jahren

by Walther on 2010-11-10

Grauer Lappen in Schweden Auf dem Rückweg von Borås nahm ich gestern eine Abkürzung am Flughafen Landvetter vorbei. Plötzlich stand ein Polizist auf der Landstraße und winkte mich nach rechts in einen Seitenweg. Meine erste Polizeikontrolle nach über 13 Jahren in Schweden!

Da standen rund zehn weitere Polizisten. Ich musste mein Fahrzeug an den Straßenrand stellen und ins Röhrchen pusten. Kein Problem, alles negativ. Dann allerdings war das Staunen bei dem Polizisten groß, als ich meinen Führerschein aus der Tasche holte.

Einen solchen Führerschein hatte der Polizist noch nicht gesehen. Es war noch ein “grauer Lappen” aus dem Jahre 1978. Ich versicherte dem Polizisten, das Dokument sei noch bis Ende des Jahres gültig.

Mit meinem Führerschein und mit meiner schwedischen id-kort ging der Polizist dann zu seinem Einsatzleiter, um sich Rat zu holen. Es dauerte und dauerte. Nach 15 Minuten kam der Polizist zurück und meinte, alles sei ok, aber ich solle doch bitte den Führerschein in einen aktuellen schwedischen tauschen. Ich bekam meine Rarität zurück und durfte weiterfahren.

Heute habe ich nachgelesen, dass der alte deutsche Führerschein sogar bis 2032 gültig ist.

Wer in Schweden gemeldet ist und dauerhaft wohnt (“folkbokförd och permanent bosatt”), kann den deutschen Führerschein gegen einen schwedischen tauschen, er muss es aber nicht.

Ich halte also an meinem grauen Lappen fest.

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Sören 2011-06-20 at 02:39

(Halb OT)
Mein mittlerweile verstorbener Grossvater wurde auch mal angehalten.
Da es in Deutschland war, sollte das mit dem grauen Lappen eigentlich nicht verwundern, aber es gab doch einiges Erstaunen:
Er hatte noch die Wehrmachtsuniform auf dem Passbild an!
Er fuhr mit dem Teil davor ueber 60 Jahre herum.

Musste das mal loswerden. Anbei noch ein Lob fuer eure Seite, ich muss unbedingt mal wieder nach Schweden, es ist viel zu lange her.

Sören

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Walther 2011-06-20 at 08:56

Danke für das Lob, Sören! Wenn Du lange nicht mehr in Schweden warst, wirst Du erstaunt sein, wie viel sich verändert hat. Gerade im Tourismus hat sich in den letzten zehn, fünfzehn Jahren viel getan. Fast überall in Schweden ist das Angebot gewachsen. Und die Saison ist länger als früher. Mehr dazu findest Du bei uns auf der Website, http://www.schwedentipps.se. Välkommen!

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Fabian 2010-11-16 at 11:53

Ja, die Übergangsfristen in der EU-Richtlinie sind so großzügig, dass man bei den alten Papierführerscheinen fast von einer biologischen Lösung sprechen kann. Inhaber grauer Führerscheine sind beim Auslaufen dieser Frist mindestens 63 Jahre alt, die mit dem rosafarbenen 51 Jahre. Die Zahl der akut betroffenen Autofahrer wird bis dahin verschwindend gering sein.
Allerdings wären dann auch die bisher ausgegebenen Karten betroffen, weil ab dann nur noch befristete Führerscheine im Umlauf sein dürfen.

Das Datum 2032 scheint mir aber nach Studium der Gesetzeslage nicht ganz zu stimmen. Deutschland hat die Bestimmungen anscheinend noch nicht in nationales Recht umgesetzt. Die EU-Richtlinie lässt maximal Spielraum bis zum 19. Januar 2033, und das ist meines Wissens ein Zugeständnis an Deutschland. Der Stichtag könnte also auch etwas später sein.

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Walther 2010-11-17 at 09:16

Dein Kommentar bringt mich darauf, dass es für mich noch einen weiteren Grund gibt, an meinem alten deutschen Führerschein festzuhalten: Der gilt unbefristet. Ein neuer schwedischer Führerschein gilt nur zehn Jahre lang und muss dann erneuert werden. Derzeitige Kosten: 150 SEK. Mehr dazu im Körkortsportalen.

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Sabine 2011-01-28 at 20:56

Mein “grauer Lappen” wurde hier in Schweden von zwei sehr jungen Polizistinnen bei einer Verkehrskontrolle in Augenschein genommen. Die beiden Frauen waren erst verblüfft, akzeptierten dann aber das Dokument und gaben mir meinen Führerschein schmunzelnd mit den Worten, dass ich auf dem Bild ja sehr viel jünger als in Wirklichkeit aussehen würde zurück. Na, kein Wunder, inzwischen sind ja auch 25 Jahre vergangen!

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