Seit über zehn Jahren fahre ich mit der Stena Line auf der Strecke Kiel – Göteborg. Als Stammgast habe ich auf den Fähren gute und schlechte Zeiten erlebt. Einige Jahre lang schien sogar das Fortbestehen der Strecke fraglich, vor allem nach der Abschaffung des Tax Free. Heute jedoch investiert die Stena Line wieder gewaltige Summen in ihre Deutschland-Route.
Die neuen Schiffe Stena Germanica und Stena Scandinavica (sie kommt im Januar 2011) sollen zusammen mit Umbauten an den Fährterminals einen Wert von 2,5 Milliarden Schwedenkronen haben.
Meine Eindrücke von einer ersten Fahrt mit der Stena Germanica sind zwiespältig: Das Personal ist freundlich und hilfsbereit. Das neue Konzept jedoch finde ich gewöhnungsbedürftig.
Die 2-in-1-Fähre
Die 240 Meter lange Stena Germanica ersetzt zwei Schiffe: die alte Stena Germanica und die LKW-Frachtfähre Travemünde–Göteborg. Auch wenn die neue Stena Germanica viel länger als die alte ist, ist sie für Urlauber, Kreuzfahrer und Geschäftsreisende doch kleiner. Sie teilen sich die Superfähre nämlich mit dem Frachtverkehr.
Die LKW-Fahrer bekommt man nicht zu sehen, es sei denn, man geht durch die Küche (nicht erlaubt) oder an der Information vorbei ins grüne Treppenhaus zur Trucker Lounge.
Nur noch zwei Restaurants
Die alte Fähre hatte neben der Trucker Lounge vier Restaurants: A lá carte, Buffet, Bistro und Konferenz. Die neue Fähre hat nur noch zwei Restaurants.
Ich habe eine Mutter erlebt, die mit ihren beiden übermüdeten und quengelnden kleinen Kindern schnell eine Kleinigkeit essen wollte: Über 60 Euro sollte sie im Buffet-Restaurant “Taste” bezahlen (“all inclusive”). Das könne sie sich nicht leisten, protestierte sie und ging.
Im A-lá-carte-Restaurant habe ich später zufällig gesehen, dass es dort eine Kinderkarte mit Gerichten für vier oder fünf Euro gibt (die Karten hängen vor dem Restaurant leider nicht aus). Aber will man hier im feinen Restaurant wirklich die Gäste haben, die nur mal schnell einen Happen essen wollen – während die anderen Gäste ein Drei-Gänge-Menü mit Gänsebrust verspeisen und sich durch die erlesene Weinkarte probieren?
Es fehlt also ein drittes Restaurant – ein Bistro – für Familien mit Kindern und alleinreisende Geschäftsleute, die abends nur eine Kleinigkeit essen wollen und zum Frühstück mit einem Kaffe und einem halben Brötchen zufrieden sind. Es sei denn, die Stena Line will nur noch LKW-Fahrer und wohlhabende Pensionäre ansprechen.
Weniger Unterhaltung
Auch bei den Unterhaltungsangeboten ist das Boot kleiner: Früher spielte sich das abendliche Treiben auf drei Stockwerken ab (Disco oben, Restaurants, Bars und Konferenzabteilung in der Mitte, Shop und Information unten). Heute liegen Restaurants, Bars und Shop auf demselben Stockwerk. Es herrscht Hotel-Lobby-Feeling mit Club-Sesseln. Sogar die Bar-Hocker hat man weggenommen.
Ich bin sicher, dass die Stena Line beim Konzept noch nachbessern wird. Das hat man offenbar beim Unterhaltungsangebot schon getan. Anfangs sollte es wohl keine Live-Musik geben, heute darf sogar das Personal zusammen mit der Band singen: Zandra vom Buffet-Restaurant sang mit schöner und gefühlvoller Stimme Lisa Nilssons Hit “Himlen runt hörnet”.
Anlaufschwierigkeiten
Dass es hier und da noch klemmt, ist verzeihlich:
- Meine Kabine war nicht fertig geputzt, als ich kam.
- Die Musik der Band schallt bis Mitternacht durch das braune Treppenhaus. Wie soll man da schlafen können? Dabei gibt es in der Nähe der Bühne sogar eine Tür, die sich schließen ließe.
- Das (zwangsweise) Wecken um 7.15 Uhr reißt einen ziemlich unsanft aus dem Schlaf – auf der alten Stena Germanica gab es wenigstens eine nette Melodie vor Beginn der Ansage.
- Die Fähre kam fast eine halbe Stunde zu früh in Kiel an, weshalb einige Passagiere verschreckt das Frühstück stehen ließen. Einige Autofahrer blockierten die Ausfahrt, weil sie nicht rechtzeitig auf dem Autodeck erschienen waren.
- Der Landgang in Kiel funktionierte nicht, weshalb die Fußgänger die Fähre über das Autodeck verlassen mussten.
Service-orientiertes, freundliches Personal
Was all diese Anlaufschwierigkeiten aufwiegt und wirklich toll ist: Man merkt, dass das Personal Spaß an der Arbeit hat und sich für seine Gäste interessiert, ihnen einen guten Service bieten will. Im Moment befindet sich allerdings mehr Personal an Bord als üblich, wie man mir sagte. Ich hoffe, dass die Stena Line nach der Einführungsphase nicht zu stark beim Personal kürzen wird.
Fazit
Wenn Personalreduzierungen moderat ausfallen und die Stena Line beim Konzept Anpassungen vornimmt – vor allem beim Essen –, dann werden die Anlaufschwierigkeiten sicherlich bald vergessen sein. Schließlich ist die Reise ein großes und spannendes Erlebnis – egal ob man eine 2-Tages-Kreuzfahrt mit Sightseeing und Shopping in Göteborg macht oder mit dem Auto in einen längeren Skandinavien-Urlaub unterwegs ist.
Weitere Schwedentipps-Seiten zum Thema
Hier findet Ihr großformatige Fotos von meiner ersten Fahrt mit der Stena Germanica. Bei uns gibt es außerdem eine Seite mit Fotos von der Stena Germanica im Göteborger Hafen – da sind auch historische Bilder von der Abschiedsparty vor der Jungfernfahrt der neuen Superfähre zu sehen.
Mehr Infos und Buchungsmöglichkeit
Bei Stena Line gibt es Infos zu aktuellen Sonderangeboten. Dort kann man auch gleich buchen:
| Unsere Empfehlungen • Stena Line: Autofähren nach Schweden, z. B. Kiel - Göteborg • Amazon: Schweden-Reiseführer, Sprachkurse, Karten, Souvenirs ... |




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Im Prinzip stimme ich ALLEN Kommentaren zu, jedoch hat noch niemand erwähnt, dass Stena mit “unseren neuen Schiffen” massive Reklame gemacht hat, es sich aber nur um völlig veraltete Fähren von den Stecken Holland England handelt. Dort mag ja das weitaus geringere Platzangebot, wegen der kürzeren Fahrzeit noch tragbar sein, hier aber sind ALLE Passagiere, insbesondere aber Familien mit Kindern regelrecht eingesperrt. Ich fahre seit über 30 Jahren diese Streck (Kiel-Göteborg-Kiel), habe also die meisten “alten” Schiffe kennen gelernt. Diese “neuen” Schiffe jedoch sind für mein Gefühl deshalb eine regelrechte Zumutung. Konnte man sich auf allen alten Schiffen auf mehreren Decks, (teilweise sogar bei Regen unter Überdachung) auf fast vollständigen Rundgängen auch mal die Luft um die Nase wehen lassen, ist das hier unmöglich. Es sei denn, man irrt lange herum und findet nach vielen vergeblichen Versuchen endlich den richtigen Aufgang zum Sonnendeck – ohne jeglichen Wetterschutz ! In diesem Zusammenhang seien auch nicht vergessen, die absolut unzureichenden Beschilderungen zu den verschiedenen Abteilungen und Kabinen. “Dreispecht” kann ich nur in allen Punkten zustimmen. Zum Buffetrestaurant : Viel, viel kleiner als auf den Vorgängerfähren, auf denen es aber auch schon in “Stoßzeiten” zu Platzproblemen kam ( “Wir bitten die Passagiere, die ihre Mahlzeit beendet haben, den Raum zu verlassen, damit andere auch noch Frühstücken können” ). Mit ein klein wenig Vorstellungskraft kann man sich die Unzufriedenheiten und den Frust der Passagiere vielleicht vorstellen, die nun in dem viiiel kleineren Restaurant auf einen freien Platz warten – wenn sie ihn denn überhaupt noch vor dem Anlegen bekommen. Alles in allem finde ich, dass “Dreispecht” mehr als Recht hat mit seinem “Rückschritt in die Siebziger”. Bedauerlich vor allem die exorbitant gestiegenen Preise. Viele wollen es nicht wahr haben, aber ich habe es (unter anderem) erlebt : Kiel Göteborg -26. Dezember – 1 Kaffee = 3,00 DM und nur ein paar Tage später, Göteborg Kiel – 1 Kaffee = 3,00 €. Schnell und einfach war das auswechseln der Zeichen DM gegen €. So war das mit allem !! A B E R : Ich schliesse mich dem allgemeinen Lob für das Personal uneingeschränkt an. In punkto Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft zu jeder Zeit und in allen Lagen gibt es absolut nichts, was irgendwo verbessert werden könnte. D A N K E Team Stena !!!!!
Danke für Deinen ausführlichen Kommentar, Jürgen. Ja, die Schiffe sind umgebaute und verlängerte alte Schiffe. Viele holländische Beschriftungen erinnern daran, dass die Schiffe früher auf dem Kanal unterwegs waren. (Vermutlich wird man die Beschriftungen lassen, denn im Sommer fahren ja viele Holländer auf der Kiel-Göteborg-Route.) Für komplette Neubauten ist wahrscheinlich nur noch auf den Routen Kiel-Oslo und Stockholm-Helsinki Geld da. – Das Schwesterschiff Stena Scandinavica hat übrigens eine Bar, wo man auch belegte Brötchen und andere Kleinigkeiten bekommt. Die Stena hat diesen Raum das “Wohnzimmer” getauft (“The Living Room”). Mehr darüber hier: http://www.schwedentipps.se/kiel-goeteborg-stena-scandinavica.html. Ich weiß nicht, ob es soetwas jetzt auch auf der Stena Germanica gibt. Es gab wohl Überlegungen, auch dort ein “Wohnzimmer” einzurichten. Wer etwas dazu weiß, bitte einen Kommentar hinterlassen.
Danke Walther,
ein sehr schwacher Trost für Menschen, die ein Frühstücksbuffet gebucht und bezahlt haben, aber es nicht – oder ggf. nur unter extremem Zeitdruck in Anspruch nehmen können. Das mit der Bar und den “Kleinigkeiten” ist ja ganz nett gedacht, aber zu den Preisen, die ein belegtes Brot kostet (wenn denn überhaupt noch was da ist > auch erlebt), kann man an anderer Stelle ein ganzes Menue erhalten. Tut mir leid, ich benutze diesen Ausdruck nur ungerne, aber hier trifft er zu : ABZOCKE ! Ich weiß aber auch, (ich D, Frau NL ) daß viele Fahrgäste nun wegbleiben werden, weil es sich nicht alle leisten können oder wollen, solche Preise zu zahlen, vor allem wenn da auch noch kleine Kinder sind. Auch ich werde Stena nun bald den Rücken kehren und wie früher die “gute alte” Route über Danmark nehmen. Da bin ich zwar länger am Steuer, aber mit Fahrerwechsel geht das gut und ist alles in allem weitaus günstiger. Stena hat meiner Ansicht nach den “Bogen überspannt” und nicht alles ist auf gestiegene Treibstoffkosten abzuwälzen.
Ich kehre gerade aus meinem jährlichen Schweden-Urlaub zurück und trage nach Hin- und Rückfahrt mit der Stena Germanica große Trauer. Der Hauptgrund: Die Atmosphäre ist weg! Früher war die Fahrt immer ein entspanntes Intro in die kommende Urlaubszeit; es herrschte beinahe Kreuzfahrtstimmung. Es gab einen ordentlichen Info-Stand und eine wahrnehmbare Zentral-Halle mit Info-Tresen, Wechsel-Counter etc. Die Treppenhäuser waren zentral, übersichtlich und logisch platziert. das Buffet-Restaurant hatte gediegeneres Ambiente (dickeren Teppich, wärmeres Licht, bequemere Bestuhlung, Eis-am-Stil für die Kinder und war vor allem nicht durch den Durchgangs-Verkehr bahnhofshallengleich beschallt), der Bordshop war angenehm groß und ließ bei den Parfums, Sonnenbrillen und Souvenirs sogar eine leichte Kaufhaus-Stimmung entstehen. Die Bar war spektakulär längseits an einer langen Fensterreihe gelegen und nicht wie nunmehr als Fremdkörper in den Hauptflur gequetscht. Selbst die damals vielzähligen original-Las Vagas-Style-Slot-Machines sind einigen wenigen, langweiligen Bildschirmgeräten gewichen. Dies ist vielleicht das größte Manko: Alle öffentlichen Aktivitäten wie Buffet-Restaurant, A-la-carte-Restaurant, Shop, Kinderbespaßung, Casino-Nische, Piano-Lounge und Bar werden auf einem Deck (Deck 7) zusammengedrückt und beginnen aufgrund des engen, offenen Raums einander zu stören. So entsteht ein Lager-Koller, der eher als Strafe denn als Erholung verbucht wird.
Die Achterdecks, zumal das Sonnendeck hatten früher beinahe Ocean-Liner-Qualitäten; heute schaut man vom Achterdeck auf das tiefer liegende, hässliche und offene LKW-Deck. Zudem wird dieser wie verlegen angeflanschte LKW-Anbau von den beiden Hauptabgasanlagen flankiert, die heute nur wenig höher als das Sonnendeck enden und die dort romantisch winkenden Passagiere zudieseln. Im Vergleich zu den abgasgereinigten Finnlandfähren, die von Stockholm verkehren (z. Bsp. Silja- oder Viking-Line) stellen die jüngsten Schiffe der Kiel-Göteborg-Verbindung einen gefühlten Rückschritt in die Siebziger dar.
Statt wie früher ein Kreuzfahrtschiff mit Komforteinbußen erlebte ich heute eine Truckerfähre, die sich angestrengt für PKW-Touristen bemüht.
Etwas Positives konnte ich jedoch auch feststellen: Die Kabinen erschienen mir gepflegter, etwas geräumiger und leiser zu sein und das Personal ist nach wie vor erstklassig.
Grundsätzlich muss ich Ihnen leider recht geben. Vom Kreuzfahrt-Feeling ist nicht viel geblieben. Aber das ist nicht die Schuld von Stena Line. Früher gab es durch die Tax Free-Regelung eine Subventionierung des Fährverkehrs. Die Subventionierung ist vor Jahren weggefallen. Zum Schluss gab es für die Stena Line nur noch die Wahl, die LKW-Fähre und die Autofähre zusammenzulegen oder die Autofähre dichtzumachen. Die neuen Fähren sind also ein Kompromiss.
Der Kompromiss ist aber für uns Göteborger absolut tragbar. Wir sind dankbar, dass wir unsere direkte Verbindung zum Kontinent behalten haben. Im übrigen hat die Stena Scandinavica einige Verbesserungen gegenüber der Stena Germanica (z. B. das “Wohnzimmer” auf Deck 11, das der alten Konferenzabteilung/Bibliothek entspricht). Wie ich höre, überlegt man, diesen “Living Room” auch auf der Stena Germanica einzurichten.
Ich verstehe, dass Skandinavien-Urlauber mit den anderen Fähren im skandinavischen Raum vergleichen wollen. Aber der Vergleich mit Kiel – Oslo z. B. ist nicht ganz fair, weil es da noch die Tax Free-Regelung gibt. Und die Fähren zwischen Stockholm und Helsinki haben einen Sonderstatus, weil die Stockholmer so weit weg vom Schmuggelalkohol aus Kiel, Lübeck und Fehmarn wohnen, dass sich eine Vergnügungsreise (übrigens auch Konferenzreise) zum Besaufen nach Helsinki finanziell lohnt – dadurch können die Viking und Silja Line ihren hohen und teuren Standard beibehalten.
Der Stena Line wird auf der Route Kiel – Göteborg vielleicht helfen, dass die Ryanair ihre Flüge nach Hahn und Weeze eingestellt hat. (Die Maschinen der Ryanair waren immer voll gewesen. Es war wohl eine politische Prinzipienfrage.)
Und noch eine Anmerkung: Seit Jahren geht weltweit der Fährverkehr zur Personenbeförderung zurück. Auch deshalb musste die Stena Line reagieren.
Insgesamt finde ich, dass der Kompromiss der neuen Schiffe gelungen ist. Ich habe mich auf meinen bisherigen sechs Fahrten mit den neuen Schiffen wohl gefühlt. Und geschmeckt hat es mir an Bord allemal.
Guten Tag! Meine Ehefrau und ich pendeln seit 15 jahren zwischen Kiel und Göteborg (mindestens 4 mal jedes Jahr) Am 21.2.2011 das erste Mal mit der Germanica 3. Wegen eines total verschmutzten Teppich inder Kabine wurden wir (vom freundlichen Personal) in eine Kabine für Reisende mit Hund (meine Frau ist chronische Asthmatikerin) umgebucht.
Die Mahlzeiten imRestaurant (Steak für 20 € war ein “Kinderteller”) haben nach meinem Eindruck kein Preis -Leistungsverhältnis. Ich vermisse die kleinen Mahlzeiten des früheren Bistros.Darüberhinaus vermisse ich die frühere Athmosphäre(das letzte Bier in der Bibliothek) OK, es ist eine Fähre und kein Kreuzfahrtschiff. Ich vermisse die “Alten” sehr
Ich werde nächste Woche das erste Mal mit der neuen Stena Scandinavica unterwegs sein. Wenn ich es richtig verstanden habe, soll es auf der Scandinavica ein Bistro für einen “kleinen Happen” oder ein letztes Bier geben. Ich bin gespannt. Nach der Rückkehr werde ich berichten.
Zusammen mit meiner Frau habe ich in der Nacht vom 26./27.12.2010 das neue Konzept geniessen muessen. Alle genannten Kritikpunkte sind uns genau so unangenehm aufgefallen. Wir hatten die Kabine 8112. Kein Radio mehr, kein Stuhl um Kleider abzulegen. Die Kabine viel zu warm fuer einen gesunden Nachtschlaf und zu allem Ueberfluss: am morgen des 27.12. kein Wasser im Bad. Es kam nur feuchte Luft aus den Rohren. Das WC funktionierte nicht ohne Wasser. Nach einer Beschwerde bei der Information erhielten wir den Rat, eine WC im Gang zu benutzen. Aber da kam auch nur Luft aus den Leitungen.
Auch wir fuhren bisher auf dieser Linie ziemlich regelmässig. Aber nach diesem teuren Erlebnis (Hin-/Rueck ueber 600 Euro) suchen wir uns kuenftig Alternativen.
Kein Wasser im Bad ist großes Pech. Wir hatten auf der alten Fähre auch einmal das Problem, dass wir morgens unter der Dusche standen, und es kam nur kaltes Wasser. Zum Glück passierte das nur einmal. Dass es zu warm in der Kabine war, haben wir dagegen öfter erleben müssen. Auch bei meiner Fahrt mit der neuen Stena Germanica war der Temperaturregler nicht in Ordnung – er gab störende Geräusche von sich. Aber das kann einem bei jedem Hotelzimmer an Land ähnlich ergehen.
Unterm Strich sind wir froh, dass es die Verbindung zwischen Kiel und Göteborg noch gibt, auch wenn manches an der neuen Stena Germanica gewöhnungsbedürftig ist. Die alte Fähre war einfach zu groß – die Kabinen auf den unteren Decks waren schon seit Jahren nicht mehr in Gebrauch, und die Fähre fuhr mit reduzierter Kapazität und weniger Personal. Zwei Wirtschaftskrisen, der Wegfall der Tax-Free-Regelung, der Bau der Öresundbrücke und das rapide Wachstum der Billigflieger hatten Stena Lines Deutschlandlinie kräftig zugesetzt. Mit dem neuen Konzept stehen die Chancen gut, dass die Route überleben wird.