“Payback Time für Deutschland”: Reaktionen aus Schweden auf das WM-Spiel Deutschland – England

by Walther on 2010-06-28

Peter Jihde, Sportmoderator des schwedischen Fernsehsenders TV4

Peter Jihde (Bild: TV4)

Wir haben einige Meinungen aus Schweden zum gestrigen WM-Spiel Deutschland – England zusammengetragen.

Und wir haben auch den Fotobeweis, dass der Schuss von Frank Lampard nicht die Torlinie überschritten hat. 

Peter Jihde, Sportmoderator des schwedischen Fernsehsenders TV4, sagte direkt im Anschluss an die Übertragung aus Südafrika und in Anspielung an das Wembley-Tor von 1966: 

Payback Time für Deutschland.

Johan Esk, Dagens Nyheter:

Als Englands 2:2-Tor aberkannt wurde, stoppte das nicht nur Englands Aufholjagd. Es zerstörte auch das schöne Gefühl, das das beste Spiel der WM erzeugt hatte – und das ist allein Blatters Fehler. 

Olof Lundh, Fotbollskanalen.se

Deutschland – England sollte ein klassisches Spiel werden. Statt dessen bekamen wir einen klassischen Skandal. Und es ist peinlich, wie konservativ Fußball ist. [...] Ich kann die englischen Spieler verstehen, die – vorsichtig ausgedrückt – verärgert waren und sich ihrer letzten Chance beraubt fühlten. Sie hatten einen 2:0-Rückstand aufgeholt und das 2:2 erzielt, und dann passiert das da. Klar war das Tor. Für diese traurigen Szenen ist zum Teil die Fifa verantwortlich. Weil man nicht genug dafür getan hat, den Fußball in einer Zeit zu modernisieren, da ALLE dank 29 Fernsehkameras alles genau sehen. [...] Es spielt keine Rolle, wie klar Deutschland dieses Achtelfinale gewann. Das korrekte Tor, das keines war, wird immer wie eine Fußnote oder ein Fragezeichen am Ergebnis dieses Spiels hängen. 

Daniel Claeson, Göteborgs-Posten

Wir können das nicht gegebene Tor natürlich in alle Ewigkeit diskutieren, ohne dass jemals ein 2:2 auf der Ergebnistafel stehen wird. Diese Diskussion wird auch nie die Tatsache wegerklären können, dass Deutschland einen jungen Schlacks nach dem anderen ins Spiel werfen konnte und dennoch einen Haufen englischer Fußballspieler an die Wand spielen konnte, die aussahen, als würden sie in gefrorenem Zweitaktöl laufen. 

Und Claeson im Original: 

England, England, alles ist vorbei. 

Johanna Reimers, Expressen

Peinlich. Das ist eines der wenigen Worte, die mir im Moment einfallen. Angeschmiert ist ein anderes. Denn hier sitzen wir Woche für Woche und jubeln diesen Super-Stars zu, die in der besten Liga der Welt mit ihren Kapitänsbinden und ihren Diamant-Ohrringen herumstolzieren. Aber – at the end of the day – werden sie völlig gedemütigt von einer Gruppe von Jünglingen, die erst letzten Sommer eine U21-EM in Halmstad und Malmö spielte. [...] Man darf ein Achtelfinale verlieren, man darf auch gegen Deutschland verlieren – aber es ist schlimm, wenn man nicht mal so auftritt, dass man dabeisein und um den Sieg kämpfen will. England ist in Südafrika durchgefallen. 

Und dann war da noch der Leser von Fotbollskanalen.se, der meinte, der Schuss von Frank Lampard sei wirklich NICHT hinter der Linie gewesen – siehe das von ihm hochgeladene Foto: 

Deutschland - England WM 2010 Südafrika

(Bild: http://i.imgur.com/QxJvh.jpg.  Von wem das Bild stammt, wissen wir nicht. Das Bild ist am Tag nach dem Spiel auch in vielen anderen Medien erschienen,  auch in Deutschland, z. B. in der Rheinischen Post bzw. RP-online.)


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