Schwedische Banknoten mit einer 50-Öre-Münze, die in diesem Herbst aus dem Verkehr gezogen wird (Bild: Riksbanken)
In den schwedischen Medien war letzte Woche zu lesen, die Wirtschaft Schwedens sei in guter Verfassung. Im ersten Quartal 2010 betrug das Wachstum 3,0 Prozent gegenüber dem ersten Quartal 2009. Das Wachstum gegenüber dem vierten Quartal 2009 betrug 1,4 Prozent. Mit diesen Zahlen liegt Schweden an der Spitze der europäischen Liga.
Ungefähr zur Hälfte beruht dieses Wachstum auf gestiegenem privaten Verbrauch. Es wurden z. B. 45 Prozent mehr Autos gekauft als im Vergleichsquartal des Vorjahres.
Solche private Ausgaben erfolgen meist mit geliehenem Geld. Das schwedische Amt für Statistik SCB vermeldet denn auch, dass die Schweden im Jahr 2009 über 9 Prozent mehr Geld geliehen haben als im Vorjahr. Die Schweden verschulden sich also immer mehr.
Kein Puffer
Gleichzeitig legt der schwedische Versicherungskonzern Länsförsäkringar eine Untersuchung vor, nach der 22 Prozent der schwedischen Bevölkerung zwischen 22 und 65 Jahren nicht einmal eine unvorhergesehene Ausgabe in Höhe von 5.000 SEK (rund 500 Euro) schultern könnten. 34 Prozent würden keine 10.000 und 49 Prozent keine 20.000 SEK verkraften können. Das heißt also, dass die Hälfte der schwedischen Bevölkerung nicht einmal einen Puffer in Höhe von 2.000 Euro hat.
Konsumfest trotz anstehender Zinserhöhungen
Wenn man diese Meldungen zusammenfügt – hohes Wirtschaftswachstum, gestiegener privater Verbrauch, hohe private Verschuldung, fehlende private Reserven –, dann kann einem vor den anstehenden Zinserhöhungen nur bange werden. Die Gefahr ist groß, dass dann wieder viele Schweden ihre Häuser verkaufen müssen, weil sie die Hypotheken und Kredite nicht mehr bezahlen können.
Trotzdem geht das Konsumfest weiter: neue Klamotten von H&M, noch größere Fernseher vom MediaMarkt (jeder in der Familie hat natürlich seinen eigenen), High-Tech-Mobiltelefone für die Kinder, neue Möbel von Ikea und dazu gut essen und trinken (und viele Lebensmittel landen nachher auf dem Müll).
Nach dem Sommer werden wir sehen, wie sich die erwarteten Zinserhöhungen auf die schwedische Wirtschaft und auf schwedische “Slit-och-släng”-Familien auswirken werden.
Anmerkung: ”Slit och släng” bedeutet so viel wie ”verbrauchen und wegwerfen”, ist also eine schwedische Bezeichnung für die heutige Wegwerfgesellschaft.
Quellen:
ingivelser.blogspot.com
perpenning.blogspot.com
www.e24.se
| Unsere Empfehlungen • Stena Line: Autofähren nach Schweden, z. B. Kiel - Göteborg • Amazon: Schweden-Reiseführer, Sprachkurse, Karten, Souvenirs ... |

{ 2 comments… read them below or add one }
Hallo zusammen,
Es ist nicht leicht besser gesagt es ist sehr schwer aus den Schulden raus zu kommen.
Man reitet sich immer tiefer hinein, da pumpt man sich etwas weil man nicht mit der Miete nachkommt dann braucht man wieder für die Stromnachzahlung und eh man sich versieht hat man paar Tausend € schulden , und da kommt das allerwichtigste keine neuen schulden machen, standhaft bleiben versuchen vom Staat Hilfe zu bekommen Finger weg von Banken und Co. Ich spreche aus Erfahrung es ist wie eine Droge man kommt nicht weg wenn es oben nicht KLICK macht oder man Zerstört ist, völlig am Boden.
Und das schlimme ist das immer mehr Junge Leute Schulden machen und da sollte der Staat eingreifen und es dazu nicht kommen lassen, denn die machen sich die ganze Zukunft kaputt.
Ich hoffe mein Beitrag zu diesem viel zu leichtnehmenden Thema sagt was.
Mfg Mario
kenne leute in schweden, die haben ca. 10.000 euro kredit aufgenommen und sich damit den magen in einer operation verkleinern lassen. die waren nicht zu dick, etwas rundlich vielleicht, aber der partner hat druck gemacht, sie wollte einen schlanken mann….