Der Club BK Häcken aus Schwedens erster Fußball-Liga “Allsvenskan” musste kürzlich sein erstes Spiel der neuen Saison in der 80 km entfernten Borås Arena spielen. Das eigene Stadion Rambergsvallen war nach dem langen und frostigen Winter unbespielbar. Mit Kunstrasen hätte die Saisoneröffnung im eigenen Stadion stattfinden können.
Die neue schwedische Nationalarena Swedbank Arena in Solna (Fotomontage: Arenastaden Solna) - hier ist noch nicht entschieden, ob Natur- oder Kunstrasen verlegt werden soll. Eröffnung des Stadions ist für 2012 geplant.
Die Fernsehbilder von den ersten Spielen der neuen Saison zeigten in fast allen schwedischen Stadien holprige, fleckige und braune Spielflächen, die nur entfernt an Rasen erinnerten. Technischer Kombinationsfußball war unter diesen Umständen kaum möglich.
Nun soll bei der geplanten Renovierung des Stadions von BK Häcken ein Kunstrasen verlegt werden. Damit würde nach dem IF Elfsborg (Borås Arena) ein weiterer Club der ersten schwedischen Liga einen Kunstrasen für die Meisterschaftsspiele erhalten. Auch IF Brommapojkarna und Gefle IF planen neue Arenen mit Kunstrasen.
Der Kunstrasen hält also auch im schwedischen Profifußball Einzug, nachdem der Kunstrasen im schwedischen Breitensport schon länger Erfolg hat. Unsere Kinder spielen häufig und gerne auf Kunstrasen.
Kein Fußballstadion in der großen Stadt Göteborg wirft derzeit Gewinn ab. Mit Kunstrasen würde eine bessere Nutzung der Arenen möglich – und das weitgehend unabhängig von der Jahreszeit. Auch in der neuen Göteborger Arena “Gamla Ullevi” gibt es Überlegungen, den neuen Naturrasen gegen einen Kunstrasen zu tauschen.
FIFA-Präsident Joseph Blatter ist übrigens der Meinung, der Kunstrasen sei die Zukunft des Fußballs. Viele Länder würden langfristig auf Kunstrasen spielen, weil er jederzeit genutzt werden könne.
Update 2010-05-12
Anders Svensson, schwedischer Nationalspieler aus Borås, hat diese Woche verkündet, dass er seine Karriere eventuell nicht fortsetzen werde. Er kritisierte die Bodenverhältnisse in den schwedischen Stadien, die in den vergangenen Wochen seiner Meinung nach zu vielen Spielabsagen hätten führen müssen (außer in seiner Heimatstadt Borås, die ja Kunstrasen hat). Besonders geärgert habe ihn das Spiel beim Aufsteiger Mällby in Blekinge. Der “Rasen” sei unbespielbar und gefährlich gewesen; erst habe man ihn unter Wasser gesetzt und ihn dann kurz vor Spielbeginn mit Sand abgedeckt. Svensson sprach sogar von “Sabotage”. Er wolle künftig nur noch auf Kunstrasen spielen – oder aufhören.
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