Die schwedischen Bergregionen sind groß und schön. Wanderwege erstrecken sich über Hunderte von Kilometern, und es gibt genug Platz für lange und spannende Abenteuer. Bergerlebnisse gibt es Sommer wie Winter, für Jung und Alt, für erfahrene Wanderer und Anfänger. Hier kommen vier Tipps von der Organisation Friluftsfrämjandet für Euer Sommerabenteuer in den schwedischen Bergen.

1. Lernt Eure Ausrüstung vorher kennen

Ist man einmal in den Bergen, will man die Zeit so gut wie möglich genießen. Dann ist man froh, wenn man einige Dinge sorgfältig vorbereitet hat.

  • Lauft Eure Wanderschuhe zu Hause ein. Blasen zu vermeiden ist Gold wert. Geht vorher einige lange Spaziergänge mit Euren neuen Schuhen – gerne im Wald -, so dass Ihr Euch mit ihnen vertraut macht.
  • Stellt Euren Rucksack vor der Tour ein, legt etwas Schweres hinein und nehmt ihn mit auf einige längere Spaziergänge. Wenn die Tour beginnt, braucht Ihr dann keine Zeit damit zu verbringen, den Rucksack zu justieren. Überdies habt Ihr auch Euren Körper an die ungewohnte Last gewöhnt.
  • Wenn Ihr zelten wollt, solltet Ihr Euer Zelt vorher bei gutem Wetter kennenlernen. Das Wetter in den Bergen ist an sich schon ein Abenteuer – sollte es gerade sehr windig sein oder vom Himmel schütten, wollt Ihr nicht ausgerechnet dann lernen, wie das Zelt aufzustellen ist. Baut es einige Male zuhause im Garten auf, damit Ihr genau wisst, wie es funktioniert.
  • Kauft Euch eine gute Karte. Verlasst Euch nicht auf Euer Smartphone, denn Ihr könntet ohne Batterie oder ohne Empfang orientierungslos sein.

2. Es muss nicht so anspruchsvoll sein

Macht Eure eigenen Entdeckungen, und macht sie zu Euren eigenen Bedingungen. Es gibt so viele Möglichkeiten, die Berge zu genießen. Da gibt es kein richtig oder falsch – es ist Eure eigene Erfahrung, die zählt, und nicht das, was andere tun. Wollt Ihr nicht lange und weit laufen, dann macht Tagesausflüge von einer Bergstation oder Eurem Zelt aus. Einige Bergstationen sind auch mit dem Auto erreichbar. Vor allem, wenn Ihr unerfahren seid, ist das eine gute Möglichkeit, die Berge kennenzulernen.

Es muss nicht alles oder nichts sein. Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, die Berge zu erleben.

3. Traut Euch, die Kinder mitzunehmen

Die Forschung zeigt, dass sich Kinder genauso wie Erwachsene im Freien besser fühlen. In den Bergen haben sie wunderbar viel Platz zum Toben und zum Entdecken.

Haltet es einfach. Bereitet ein paar Spiele und Aufgaben für draußen und drinnen vor. Packt ein einfaches Picknick ein, oder macht Pfannkuchen auf dem Campingkocher und trinkt abends heiße Schokolade. Schlagt ein Zeltlager als Basis auf oder bleibt in der Nähe einer gut zugänglichen Berghütte und macht von dort aus Tagesausflüge. Das Gefühl von Abenteuer wird sich auch einstellen, wenn das Auto um die Ecke geparkt ist. Für die Kinder ist es Vildmark und ein großes Abenteuer, das sie für immer in Erinnerung behalten werden.

4. Anhalten und genießen

Vergesst nicht, unterwegs anzuhalten, die gute Luft bewusst einzuatmen und die Erlebnisse zu genießen. Es muss nicht schnell gehen, man muss nicht weit laufen, und es muss sich nicht schwer und ermüdend anfühlen. Man kann sich auch einfach aufs Moos setzen und ein gutes Buch mit Aussicht auf die Berge lesen.

Viel Spaß bei Eurem Abenteuer in den schwedischen Bergen!

Ein persönlicher Nachsatz

Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich den dritten Punkt nur bestätigen. Als ich das erste Mal in Dalarna in den Bergen unterwegs war, waren meine Brüder und ich zwischen 10 und 14 Jahre alt. Für uns Stadtkinder war das ein großes Abenteuer.

Mein Vater damals nach unserer Barfußwanderung

Als wir einmal eine sehr feuchte Hochebene queren mussten, haben wir die Schuhe ausgezogen und sind mit nackten Füßen übers Hochmoor gelaufen – durch die Sonne war das Moos schön warm. Wir haben viel gelacht. Die Fotos von diesem Ausflug hängen noch heute bei uns im Wohnzimmer.

Verwandte Artikel

Quelle: Friluftsfrämjandet – unsere Übersetzung und Bearbeitung; Bild: Niclas Vestefjell