Im Restaurant essen in Schweden: Wie verhält man sich?

Oft geht es in schwedischen Restaurants (in den Großstädten) abends etwas feiner, manchmal auch steifer zu als in Deutschland. Ein Grund dafür dürfte sein, dass Restaurants nach wie vor recht teuer in Schweden sind, wenn man mal von Pizza-, Hamburger- oder Kebabrestaurants absieht. Wer viel Geld ausgibt, will dann auch etwas Besonderes erleben.

Tisch wird zugewiesen

Ein großer Unterschied zu deutschen Restaurants ist, dass man in Schweden am Eingang des Restaurants wartet, bis man einen Tisch zugewiesen bekommt. Man steuert also nicht auf den erstbesten Tisch zu, sondern wird platziert.

Garderobe

In feineren Restaurant gibt man seinen Mantel und seine Tasche (ohne Wertsachen) an einer – meist kostenpflichtigen – Garderobe ab. So hat man mehr Platz am Tisch.

Leitungswasser

Leitungswasser („bordsvatten“) ist meist gratis.

Bedienung rufen

Wenn man die Bedienung rufen will, macht man dezent auf sich aufmerksam, z. B. indem man die Hand hebt (nicht den ganzen Arm). Mit den Fingern schnipsen, pfeifen oder mit dem Besteck ans Glas klopfen werden als unschicklich angesehen.

Bezahlen, wenn man mit einer Gruppe einkehrt

Geht man mit einer Gruppe in ein Selbstbedienungsrestaurant, zahlt jeder einzeln an der Kasse. Selbstbedienungsrestaurants haben oft nur mittags geöffnet. Sie bieten „lunch“ (Mittagessen) bzw. „dagens rätt“ (Tagesgericht).

Im Restaurant mit Bedienung (meist also abends) zahlt nur einer aus der Gruppe, und dann teilt man sich die Rechnung untereinander auf. Die Bedienung rechnet also in der Regel nicht einzeln mit jedem ab. Ausnahmen kann es geben, wenn z. B. einer aus der Gruppe früher gehen muss. Im Prinzip funktioniert es genauso wie in England.

Trinkgeld

Trinkgeld im Restaurant war noch vor zehn, fünfzehn Jahren unüblich in Schweden. Mittlerweile funktioniert es fast so wie in Deutschland: Wenn man mit dem Service und dem Essen zufrieden ist, kann man ein kleines Trinkgeld geben, ca. 5 Prozent. Trinkgeld wird gern angenommen, aber nicht erwartet.

Bei Kartenzahlung verbreitet sich jetzt aber die (Un-)Sitte, dass man den Betrag selber eingeben muss – eine indirekte Aufforderung, doch noch etwas draufzulegen. Besonders in Stockholm und Göteborg beobachten wir das (2017).

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