Klimawandel:
Werden Teile Göteborgs bald unter Wasser
liegen?
In Göteborg wird kräftig gebaut. Auch und
vor allem im ehemaligen Hafengebiet nördlich
des Flusses Göta Älv. Besonders der neue Stadtteil
Eriksberg muss hier erwähnt werden.
Das Problem: Bald könnten diese neuen
Stadtteile und einige Gebiete im zentralen
Göteborg unter
Wasser liegen. Wenn die Klimaforscher recht
haben und der Meeresspiegel bis zum Jahr 2100
tatsächlich um einen Meter steigt (Stand der
Prognosen: Oktober 2008, siehe Schätzung des
Potsdam-Instituts für
Klimafolgenforschung ), dann sind alle wassernahen
und niedrig gelegenen Flächen von Göteborg
betroffen.
Bislang gingen die Göteborger
Stadtarchitekten nur von 20 bis 60 cm
Anstieg aus.
Göteborg erwägt seit einigen
Jahren den Bau einer grossen Barriere
westlich der Stadt im Mündungsgebiet des Göta
Älv, ähnlich dem Londoner Vorbild. Auch
andere Lösungen sind im Gespräch.
Überschwemmte Feuerwehr
Wie real die Gefahr ist, zeigte sich
im März 2008: Da drückte es bei einem
Sturm das Wasser dermaßen weit in die Stadt und
den Fluss Mölndalsån hinein, dass die neue
Feuerwache von Göteborg nahe dem Ullevi-Stadion
(hier fand die Leichtathletik EM 2006 statt) im
gesamten Keller vollief.
In der Feuerwache befindet sich auch die
Leitstelle von SOS Alarm. Sie musste ihren
Betrieb einstellen. Auch viele Ladenbesitzer
flussaufwärts in Mölndal mussten "Land
unter" melden.
Lahmgelegte Infrastruktur
Das Problem wären künftig nicht nur
vollgelaufene Keller. Es besteht vielmehr die
Gefahr, dass die Infrastruktur mit Elektrizität
und Wasserversorgung bei
Überschwemmungen lange
Zeit ausfällt.
Ebenfalls betroffen wären die hafennahen
Strassen und vor allem der Tingstadstunnel.
Schon heute liegen die Schutzwälle des
Tunnels nur auf dem Niveau des Wasserspiegels
vom Göta Älv. Der Tunnel könnte bei nächster
Gelegenheit vollaufen.
Der Tunnel ist aber ein unentbehrliches
Teilstück der E6.
Die Europastraße ist Göteborgs
wichtigste Verkehrsader. Durch den
Tingstadstunnel läuft im Prinzip auch der
gesamte Autoverkehr Richtung Norwegen. 10.000
Fahrzeuge durchfahren den
Tunnel täglich.
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