Ländliche Regionen: Ein Zehntel Schwedens ist ausgestorben

Immer mehr Orte ohne Infrastruktur und Service

Das schwedische Fernsehen berichtet über eine Entwicklung, die uns schon seit vielen Jahren Sorgen bereitet. Es gibt ganze Landstriche in Schweden, die ausgestorben sind. Hier begegnet man einer unschönen Tristesse.

In diesen Orten gibt es keine Infrastruktur mehr und keinen Service. Tankstellen sind geschlossen. Auch der örtliche Lanthandel (Lebensmittel, Post etc.) hat dichtgemacht. Schulen und Kindergärten sind zu. Es gibt keine Arbeit mehr. Die Menschen ziehen weg.

Solche Gebiete finden sich vor allem hoch oben im Norden, aber sie reichen bis hinunter nach Småland. Sie sollen mittlerweile ein Zehntel der bewohnten Fläche Schwedens ausmachen.

Gleichzeitig boomen Großstadtregionen wie Stockholm, Göteborg und Malmö.

Hoffnung 1: Internet

Das Überleben dieser dünnbesiedelten, ländlichen Regionen („glesbygd“) wird oft vom Internet abhängen. Kabelanschlüsse („bredband“) auch in den entlegensten Ortschaften können vielleicht dazu beitragen, dass der eine oder andere bleibt oder sich neuansiedelt. Das können Freiberufler sein, die von zu Hause arbeiten. Es können Rentner sein, die dank Internet eine bessere ärztliche Betreuung erhalten können, falls sie Hilfe benötigen. Und es können Anbieter im Tourismus sein, die einen schnellen Internetzugang für ihr Geschäft brauchen.

Hoffnung 2: Landwirtschaft

Ein Hoffnungsschimmer für manche dieser Regionen (vor allem im Süden) ist auch die Tatsache, dass Schwedens Bevölkerung wächst. Daher muss Schweden auch mehr Lebensmittel produzieren. Das ist eine Chance für die Landwirtschaft in den „Glesbygd“-Regionen.

Anmerkung: Die staatliche Behörde Tillväxtverket subventioniert knapp 200 ländliche Lebensmittelgeschäfte mit 35 Millionen SEK im laufenden Jahr. Die vier nördlichsten Regionen Jämtland/Härjedalen, Västernorrland, Västerbotten und Norrbotten (län) sind die größten Empfänger. Sie erhalten über 50% der Mittel aus dem Topf.

Bilder: Screenshots, SVT Rapport, 2017-02-27 19:30