Schwedenurlaub, aber wohin? – So findet Ihr Euer Reiseziel

Seit zehn Jahren werden wir immer wieder gefragt: „Wir wollen nach Schweden fahren. Aber wir wissen nicht, wohin.“ Die Frage ist verständlich, denn Schweden ist groß – 1.600 km lang! Überdies ist der Tourismus in Schweden in den letzten Jahren kräftig gewachsen: Es wird viel mehr geboten als noch vor zehn, zwanzig Jahren. Da auszuwählen fällt nicht leicht.

In diesem Artikel werden wir einige Fragen formulieren, die Ihr Euch selbst stellen könnt. So findet Ihr vielleicht heraus, wo Ihr Euren Schwedenurlaub am liebsten verbringen würdet.

1. Wie wollt Ihr reisen? Mit oder ohne Auto?

Mit Auto seid Ihr mobil und könnt das ganze Land sehen. Wenn Ihr dagegen ohne Auto in Schweden unterwegs seid, wird es nördlich von Stockholm/Uppsala schwierig – es fallen damit fast zwei Drittel des Landes als mögliches Urlaubsziel aus. Sicherlich kann man in Nordschweden einige größere Orte auch mit dem Zug oder Bus erreichen, aber in abgelegene, naturschöne Gegenden gelangt man oft nur mit dem Auto.

2. Reist Ihr allein? Als Paar? In einer Gruppe? Mit Familie?

Einer Familie mit Kleinkind z. B. empfehlen wir die Sandstrände von Halland und einen Ferienhausurlaub. Wer als junges Paar Wert auf Sightseeing, Kultur, Nachtleben, gute Restaurants und Shopping legt, dem raten wir zu den Metropolen Stockholm, Göteborg und Malmö.

3. Wollt Ihr aktiv sein? Wandern, radfahren, angeln, surfen …?

Immer öfter bestimmen sportliche Aktivitäten, wohin man im Urlaub fährt. Wollt Ihr z. B. windsurfen, dann empfiehlt sich die Westküste (Halland, Skåne) oder Öland. Wollt Ihr mit dem Rad unterwegs sein oder wandern, gibt es ein wachsendes Angebot an Rad- und Wanderwegen. Wenn Euch eine solche Aktivität wichtig ist, dann versucht einen Platz oder einen Anbieter zu finden, der Euch gefallen könnte – daraus ergibt sich dann Euer Reiseziel automatisch. Hier könnt Ihr stöbern: Outdoor-Angebote und -Aktivitäten in Schweden.

4. Wann wollt Ihr Urlaub machen?

In Schweden gibt es einen Trend hin zu einer längeren Saison. Wir sehen das selber an den Buchungen, die wir bekommen.

Schon um Ostern herum gibt es die ersten Urlauber, die Skåne, Blekinge oder den Süden von Småland besuchen. Weiter nördlich ist es um diese Zeit nicht empfehlenswert, wenn Ihr in die Natur wollt. In Värmland und Dalarna z. B. kann auch außerhalb der Skigebiete noch Schnee liegen. Waldwege, die schon schneefrei sind, sind oft matschig. Seid Ihr aber nicht auf große Wanderungen aus, dann könnt Ihr auch um diese Zeit schon bis auf die Höhe von Göteborg oder Stockholm unterwegs sein. Vielerorts werden zu Ostern die Galerien und Ateliers geöffnet und Kunstrunden nach dänischem Vorbild organisiert.

Der Mai ist in der südlichen Hälfte von Schweden oft sehr schön, vor allem die letzten zwei, drei Wochen des Monats. Es ist oft sehr trocken, und es gibt noch keine Mücken. Ist das Wetter über eine längere Zeit sehr warm, kann man sogar schon in den Seen baden. Wenn man nicht in den Schulferien reisen muss, ist dieser Monat sehr empfehlenswert.

Wenn Ihr sehr spät Urlaub machen wollt, im September oder sogar Anfang Oktober, empfehlen wir Euch ebenfalls die drei Regionen Skåne, Süd-Småland und Blekinge. Mehr dazu hier: Herbst in Schweden – Schöne Tage im September und Oktober.

Wollt Ihr Schweden außerhalb der Sommersaion sehen, z. B. im März oder November, dann fahrt nach Stockholm, Göteborg oder Malmö. Hier gibt es das ganze Jahr über ein gutes touristisches Angebot.

5. Wollt Ihr allein sein, oder sucht Ihr Kontakt?

Schweden in der Hochsaison kann sehr unterschiedlich aussehen:

  • Es ist nicht schwer, abgelegene Ferienhäuser zu finden, wo Ihr völlig ungestört seid und es keine Nachbarn in Sichtweite gibt.
  • Den krassen Gegensatz dazu gibt es auch: küstennahe Campingplätze Ende Juli – z. B. in Halland, Bohuslän oder auf Öland. Oft sind sie voll belegt und sehr lebhaft. Wenn Ihr genau das sucht, solltet Ihr frühzeitig buchen.
  • Wollt Ihr Kontakt haben, aber dem größten Rummel und Trubel entgehen, könnt Ihr die großen Campingketten meiden (First Camp, Swecamp, Nordic Camping&Resorts, Svenska Campingpärlor, Regenbogen …) und kleinere Campingplätze im Inland ansteuern. Die meisten schwedischen Campingplätze vermieten mittlerweile auch Campinghütten.

6. Welches Budget habt Ihr?

Eine selbstverständliche Frage: Was darf Euer Urlaub kosten? Reist Ihr mit einem schmalen Geldbeutel, dann ist vielleicht Stockholm mit seinem relativ hohen Preisniveau nicht die richtige Wahl. Fahrt dann lieber nach Småland, wo Unterkunft, Essengehen und Anreise billiger sind. Oder nach Dalsland. Oder nach Värmland. In diesen Regionen zahlt Ihr zwar etwas mehr für Lebensmittel, aber alle anderen Preise liegen unter Stockholmer Niveau.

7. Städte und Regionen

In unserem Hauptmenü findet Ihr zwei Menüpunkte: Städte und Regionen. Die Städte sind nach Größe und Beliebtheit sortiert, die Regionen von Süd nach Nord. Unsere entsprechenden Übersichtsseiten enthalten noch mehr Ziele: Städte in Schweden und Regionen in Schweden. Schaut Euch hier einmal in Ruhe um, dann findet Ihr bestimmt ein Ziel, das Euch besonders gefällt.

Um die Orientierung noch weiter zu erleichtern, haben wir für die Saison 2018 eine Karte mit den beliebtesten Reisezielen erstellt. Derzeit findet Ihr dort über 80 Reiseziele.

Für alle, die in erster Linie schöne Natur suchen, haben wir eine Seite mit unseren persönlichen Favoriten zusammengestellt. Dort verraten wir unsere Lieblingsecken in Schweden – 14 wunderschöne Orte.

8. Unser Geheimtipp: Entscheidet vor Ort!

Eine neue Entwicklung konnten wir erstmals im Sommer 2016 beobachten. Unter unseren Lesern waren einige, die für dieselbe Zeit zwei alternative Reiseziele gebucht hatten, z. B. an der Westküste und an der Ostküste. Sie entschieden dann vor Ort je nach Wetterlage, wohin sie schließlich fahren wollten. Die nicht benötigte Unterkunft haben sie einfach abgebucht. Das geht bei unserem Partner  Booking.com mit solchen Unterkünften, die eine großzügige Stornoregelung haben. Ob diese Doppelbuchungen fair gegenüber den Hotels sind, steht auf einem anderen Blatt. Übertreiben sollte man das sicherlich nicht.