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Master Plan 2025: Trends und Ziele
im schwedischen Tourismus

Die schwedische Tourismusbranche hat sich sehr ehrgeizige Ziele auf ihre blau-gelbe Fahne geschrieben. Magnus Nilsson, neuer Vorsitzender der Svensk Turism AB und zugleich Geschäftsführer des 5-Sterne-Campingplatzes Gustavsvik in Örebro, fasst die Ziele in einem einprägsamen Satz zusammen:

"Im Jahr 2025 soll Schweden zu den fünf attraktivsten Reiseländern der Welt gehören."

Auch wenn Schweden bereits weit vorne in der Gunst der Touristen steht, scheint dieses Vorhaben doch gewaltig. Noch ist im Detail nicht klar, wie die hochgesteckten Ziele dieses "Master Plan 2025" erreicht werden sollen. Überdies ist man sich auch beim Zeitpunkt erhältlich einig: Viele Tourismus-Strategen sprechen von 2020, nicht 2025. Bis 2020 wolle man eine Verdoppelung des Umsatzes anstreben. 

Die Diskussionen in der schwedischen Tourismusbranche drehen sich vor allem um folgende Themen:

  • Infrastruktur
  • "Matland Sverige": Lebensmittel und Gastronomie
  • Ökotourismus und Nachhaltigkeit
  • Marktforschung und Marketing

Infrastruktur

Schweden soll noch leichter erreichbar sein, ob per Auto, Flug oder Eisenbahn.

Bei der schwedischen Eisenbahn SJ sind bequeme Nachtzüge von Hamburg, Berlin und Brüssel ein erster Schritt. Kurzfristig müssen auch Service-Fragen rund um die Fahrrad- und Gepäckbeförderung gelöst werden.

SJ plant vor allem eine Modernisierung des Stammnetzes zwischen den drei Großstadtregionen Malmö, Göteborg und Stockholm. Der Bau dieses Stammnetzes in den 1860er Jahren dauerte sieben Jahre.

Heute, trotz ganz anderen technischen Möglichkeiten, muss man mit rund zwölf Jahren Bauzeit für die gleichen Strecken rechnen. Dafür sind lange Genehmigungsverfahren verantwortlich.

Also ist Eile geboten, will man bis zur Eröffnung der Fehmarnbelt-Brücke (ca. 2018) große Teile der Hochgeschwindigkeitsstrecken fertiggestellt haben. Überdies müssen bereits in wenigen Jahren die dafür benötigten neuen Züge und Wagen bestellt sein.

"Matland Sverige":
Lebensmittel und Gastronomie

Eine Initiative des schwedischen Landwirtschaftsministeriums spielt in die großen Ziele der Tourismusbranche hinein. Schweden will sich zunehmend als "matland" positionieren, also als ein herausragender Lebensmittelproduzent mit hochklassiger Gastronomie, siehe auch Essen und Trinken in Schweden.

Schweden hat heute schon eine Fülle ausgezeichneter Restaurants und Gasthäuser. Was in Schweden nach wie vor fehlt, sind gute Lebensmittel und gute Restaurants zu moderaten Preisen. Billig essen kann man in Schweden zwar, aber meist nur Hamburger und Pizza (zumindest abends ist die Lage so).

Künftig soll das mittlere Segment ("preiswert und gut") ausgebaut werden. Dazu zählt z. B. auch eine Verbesserung der Raststätten ("vägkrogar"), auf die heute kaum jemand in Schweden stolz ist — leider müssen Touristen hier oft ihre erste Bekanntschaft mit der schwedischen Küche machen. Man plant, Raststätten zu einer Art Schaufenster für die lokalen Lebensmittelproduzenten werden zu lassen. In den Raststätten soll man nicht nur probieren, sondern auch gleich einkaufen können.

Ökotourismus und Nachhaltigkeit

Schweden verdankt einen Großteil seiner Besucher der weitgehend intakten Natur. Selbst in den Großstädten ist die Natur meist nicht weiter als 30 Minuten entfernt ("urban nature"). Mit diesem Pfund will man wuchern.

Die schwedische Tourismusbranche plant daher, noch mehr auf Ökotourismus und Nachhaltigkeit ("hållbarhet") zu setzen. Kurzfristige Lösungen, die der Umwelt und den Menschen schaden, sollen vermieden werden. Es wird ein "sanfter", umweltfreundlicher, verantwortungsvoller Tourismus unter Einsatz lokalproduzierter Waren und Lebensmittel angestrebt.

Auf der Website www.naturensbasta.se  präsentiert der schwedische Ökotourismus bereits heute mehr als 300 zertifizierte Reiseangebote aus ganz Schweden. Alle aufgeführten Angebote haben nach umfangreicher Prüfung die Auszeichnung "Naturens Bästa" erhalten. An dem Qualitätssiegel ist übrigens neben dem schwedischen Ökotourismus-Verband und dem Naturschutz-Verband auch die VisitSweden AB beteiligt.

Marktforschung und Marketing

Die schwedische Tourismusbranche ist sehr gut darüber informiert, woher die Schweden-Besucher kommen und aus welchen Beweggründen sie nach Schweden reisen. Es wird intensive Marktforschung in den Herkunftsländern der Touristen betrieben, unter anderem auch in Deutschland.

Auf der Grundlage dieser Daten werden Reiseangebote für bestimmte Zielgruppen erarbeitet. Derzeit spricht man vor allem von vier Gruppen: DINKs ("Double Income, No Kids"), WHOPs ("Wealthy Healthy Older People"), "Corporate meetings" und "Active family". Für jede Gruppe gibt es bestimmte Angebote wie z. B. die "City Break" genannten Pakete für die DINKs und WHOPs.

Überdies versucht man durch klug eingesetzte Marketing-Mittel die Besucherzahlen weiter zu steigern. Als sich 2008 in Folge der damaligen Finanz- und Wirtschaftskrise Finnland auf seine Besucher aus Ostasien konzentrierte, sprang Schweden in die Lücke, die Finnland z. B. in Deutschland entstehen ließ. Resultat waren mehrere zusätzliche Charter-Flüge nach JönköpingSmåland durfte sich über zusätzliche 25.000 Übernachtungen freuen.

Weniger Fernreisende, mehr Touristen aus dem Nahbereich

Zwar verliert Schweden durch Finanz- und Wirtschaftskrisen Besucher aus den USA und aus Japan, aber man gewinnt zusätzliche Besucher aus Schwedens Nahbereich hinzu: Aus Deutschland, Dänemark, Norwegen, Polen und Russland kommen immer mehr Touristen, die auf Fernreisen verzichten und statt dessen nach Schweden fahren. Schwedens Westküste vermarktet sich aus diesen Gründen sehr erfolgreich in Dänemark.

22 Millionen Deutsche verbringen jedes Jahr einen Auslandsurlaub. 1,5 Prozent davon reisen nach Schweden. Nun will die schwedische Tourismusbranche diesen Anteil auf 2 Prozent steigern. Das wäre gleichbedeutend mit zusätzlichen 500.000 Übernachtungen in Schweden. Damit wäre ein großes Zwischenziel im ehrgeizigen Master Plan 2025 (oder 2020) erreicht.

Beschäftigungs-faktor Tourismus

Die schwedische Tourismus-branche beschäftigt mehr Mitarbeiter als die schwedischen Großkonzerne.

Volvo, Ericsson, Saab, ABB und weitere sechs schwedische Unternehmen haben zusammen weniger Personal als der schwedische Tourismussektor.

 

 

Hafen Göteborg

Blaubeeren

Schären Göteborg

Schwedenfahne

Walderdbeeren

Straßenbahn Göteborg

Siljansee