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Erst geklaut, dann in den Graben gefahren und schließlich angezündet
Schweden-Schrott:
Vermüllung und Naturverschandelung
Ein Phänomen können wir uns auch nach über zehn Jahren in Schweden nicht erklären: Es
gibt schwedische Gegenden, in denen die Häuser, Bauernhöfe und Gärten gepflegt sind wie in den
schönsten Teilen Österreichs, Deutschlands, Hollands und der Schweiz. Liebevoll, sorgsam, mit
Rücksicht auf die Natur und einem geschmackvollen Blick fürs Schöne (und wir meinen keine
Gartenzwerg-Idylle). Zum Beispiel in Värmland und Dalarna, an der Küste von Bohuslän oder
in den Schären Stockholms.
Horten und sammeln
Aber es gibt auch Landstriche in Schweden, in denen Häuser und Höfe veritablen Schrottplätzen
gleichen, bei allem Umweltbewusstsein, das sonst in Schweden vorhanden ist. Hier wird jedes alte
Auto, jeder alte Traktor, jede alte Maschine gesammelt und dem Verrosten preisgegeben. Und wer
keinen Platz mehr zu Hause hat, fährt den Trecker halt in den Wald und lässt ihn dort vergammeln.
Mit allem Öl in Maschine und Getriebe.

Auch Baumaterial, alte Reifen, Betonteile und andere Gerätschaften liegen auf den Feldern und in
den Wäldern.
In solchen Gegenden würde kein Dorf auf die Idee kommen, an einem Wettbewerb "Unser Dorf soll
schöner werden" teilzunehmen. Die Menschen machen ihr Heim und ihre Umwelt
unbewohnbar, weil sie offenbar nicht mehr zwischen brauchbar und unbauchbar unterscheiden
können. Alles wird gehortet, alles wird gesammelt. Bis hin zur Vermüllung des eigenen
Vorgartens.
Autos gehen in Rauch auf
Die schwedischen Behörden sehen dabei oft untätig zu. So werden z. B. auch gestohlene Autos oder
Unfallautos von der Polizei nicht abgeschleppt, sondern mit Flatterband gekennzeichnet — und
stehengelassen. Meist geht das Auto dann einige Tage später in Rauch auf, weil es
von Jugendlichen aus der Gegend beim nächsten Freitags- oder Samstagsbesäufnis angezündet
wird. Dann steht es noch als Wrack einige Zeit herum, bis sich irgendjemand erbarmt, es
wegzuschaffen.

Warum aber gibt es diese großen Unterschiede in Schweden? Liegt es am Menschenschlag, der einmal
so und einmal so tendiert? Oder liegt es an den Behörden (Gemeinden, Städten), die einmal die Zügel
schleifen lassen und einmal ihren Umweltschutz- und Ordnungsaufgaben nachkommen?
Was denken Sie?



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