Was muss man bei einem Wildunfall auf schwedischen Straßen tun?
Jedes Jahr geschehen zwischen 20.000 und 30.000 Zusammenstöße mit Rehen auf schwedischen
Straßen. Dazu kommen rund 5.000 Unfälle mit Elchen und 2.000 mit
Wildschweinen.
Meldepflicht
Gemäß dem schwedischen Jagdgesetz müssen alle Zusammenstöße zwischen einem Fahrzeug und Wildtier
bei der Polizei gemeldet werden.
Zum Wild zählen nicht nur Reh, Elch und Wildschwein, sondern u. a. auch Bär, Wolf, Luchs,
Vielfraß, Otter und Adler. Selbst wenn das Tier offenbar keinen Schaden genommen hat, muss der
Unfall gemeldet werden. Die Unfallstelle muss markiert werden. Wenn man den Unfall nicht bei der
Polizei meldet, kann man mit Strafe und Bußgeld rechnen.
So gehen Sie bei einem Wildunfall vor
- Warndreieck aufstellen, damit keine weiteren Unfälle geschehen
- Unfallstelle markieren, damit Jäger mit Spürhunden den Platz finden können
- 112 anrufen und den Unfall melden (112 ist auch in Schweden die Notrufnummer der
Polizei)
- Flatterband oder Ähnliches auf der Seite der Straße aufhängen, auf der das Wild nach der
Kollision im Wald verschwand
- Bei Kollision mit Wildschwein, Bär, Wolf und Luchs soll das Flatterband aus
Sicherheitsgründen rund 100 Meter von der Unfallstelle angebracht werden — davon soll man die
Polizei informieren
- Falls möglich, sollte man ein totes Tier von der Fahrbahn schaffen, dabei aber an die
eigene Sicherheit denken
- Nicht selbst dem Tier nachlaufen, es auch nicht töten (es sei denn, man ist Jäger und weiß,
was man macht — einen angefahrenen Hund darf aber nur ein Tierarzt töten)
Wenn man die Polizei anruft, soll man folgende Angaben machen (sofern man kann):
- Angaben zur Person und zum Fahrzeug
- Unfallstelle: Straßennummer, Ort, markante Punkte in der Umgebung
- Wie die Unfallstelle markiert ist: Flatterband, Plastiktüte etc.
- Wildart: Reh, Elch, Wildschwein ...
- Fluchtrichtung des Wildes
- Ganz wichtig: Detaillierte Beschreibung der Unfallstelle, eventuell GPS-Position —
alternativ kann man den Tageskilometerzähler auf null stellen und zu einem Platz fahren, den
man kennt, z. B. eine Kreuzung, Kirche oder ein Rastplatz, dort liest man dann den
Kilometerstand ab
Ein Wildunfall kann jedem passieren. Einen Wildunfall nicht zu melden ist dagegen strafbar.
Anmerkung: Das Fleisch eines Elchs hat einen Wert von ungefähr 5.000 SEK. Es gibt also auch
ökonomische Interessen, wenn man das Leiden eines angefahrenen Elchs verkürzen will.
Weitere Informationen, Karten und Statistik finden sich auf www.viltolycka.se .
(Unser Bild oben zeigt einen Jäger mit Spürhund — sie versuchen, ein angefahrenes Wildtier
zu finden; Bild: Magnus Nyman)
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Meine erste Begegnung mit einem Elch hätte fast meine letzte sein können
Ich war schon einige Male in Schweden mit dem Auto unterwegs
gewesen, hatte aber noch nie einen Elch in freier Wildbahn gesehen. Im Scherz sagte ich, "mit dem
ersten Elch, den ich sehe, stoße ich zusammen". Und so kam es dann fast.
Ich war nachts um 2 Uhr im Regen in Värmland Richtung Karlstad
unterwegs. Mein Auto war ein alter Ford Escort, damals noch ohne Airbag und schaumummanteltes
Lenkrad. Nicht einmal eine Kopfstütze hatte ich.
Da kam der Elch von rechts über die Straße. Da ich wegen des Regens nur 60 km/h fuhr, ging alles
gut. Ich bremste vorsichtig und drehte mich über die linke Schulter. Da sah ich den Elch im Wald
verschwinden.
Wäre ich ein oder zwei Sekunden vorher an der Stelle gewesen, hätte es gekracht.
Großes Glück gehabt!
Zunahme von Wildunfällen
Innerhalb von fünf Jahren ist mancherorts in Schweden die Zahl von Wildunfällen um 60%
gestiegen. Gründe sind mehr Tiere, zunehmender Verkehr und schlecht gepflegte Wildzäune. Nun
beginnt man bei neuen Straßen über Wildtunnel und Wildunterführungen nachzudenken.
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