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Elche in einem Elchpark in Småland
Friedliche Begegnung zwischen Autfahrer und Elch, hier in Småland (das nicht weniger als
acht Elchparks hat) (Bild: Cathrine Rydström/Destination Småland)

Jäger mit Spürhund

Was muss man bei einem Wildunfall auf schwedischen Straßen tun?

Jedes Jahr geschehen zwischen 20.000 und 30.000 Zusammenstöße mit Rehen auf schwedischen Straßen. Dazu kommen rund 5.000 Unfälle mit Elchen und 2.000 mit Wildschweinen.

Meldepflicht

Gemäß dem schwedischen Jagdgesetz müssen alle Zusammenstöße zwischen einem Fahrzeug und Wildtier bei der Polizei gemeldet werden.

Zum Wild zählen nicht nur Reh, Elch und Wildschwein, sondern u. a. auch Bär, Wolf, Luchs, Vielfraß, Otter und Adler. Selbst wenn das Tier offenbar keinen Schaden genommen hat, muss der Unfall gemeldet werden. Die Unfallstelle muss markiert werden. Wenn man den Unfall nicht bei der Polizei meldet, kann man mit Strafe und Bußgeld rechnen.

So gehen Sie bei einem Wildunfall vor

  • Warndreieck aufstellen, damit keine weiteren Unfälle geschehen
  • Unfallstelle markieren, damit Jäger mit Spürhunden den Platz finden können
  • 112 anrufen und den Unfall melden (112 ist auch in Schweden die Notrufnummer der Polizei)
  • Flatterband oder Ähnliches auf der Seite der Straße aufhängen, auf der das Wild nach der Kollision im Wald verschwand
  • Bei Kollision mit Wildschwein, Bär, Wolf und Luchs soll das Flatterband aus Sicherheitsgründen rund 100 Meter von der Unfallstelle angebracht werden — davon soll man die Polizei informieren
  • Falls möglich, sollte man ein totes Tier von der Fahrbahn schaffen, dabei aber an die eigene Sicherheit denken
  • Nicht selbst dem Tier nachlaufen, es auch nicht töten (es sei denn, man ist Jäger und weiß, was man macht — einen angefahrenen Hund darf aber nur ein Tierarzt töten)

Wenn man die Polizei anruft, soll man folgende Angaben machen (sofern man kann):

  • Angaben zur Person und zum Fahrzeug
  • Unfallstelle: Straßennummer, Ort, markante Punkte in der Umgebung
  • Wie die Unfallstelle markiert ist: Flatterband, Plastiktüte etc.
  • Wildart: Reh, Elch, Wildschwein ...
  • Fluchtrichtung des Wildes
  • Ganz wichtig: Detaillierte Beschreibung der Unfallstelle, eventuell GPS-Position — alternativ kann man den Tageskilometerzähler auf null stellen und zu einem Platz fahren, den man kennt, z. B. eine Kreuzung, Kirche oder ein Rastplatz, dort liest man dann den Kilometerstand ab

Ein Wildunfall kann jedem passieren. Einen Wildunfall nicht zu melden ist dagegen strafbar.

Anmerkung: Das Fleisch eines Elchs hat einen Wert von ungefähr 5.000 SEK. Es gibt also auch ökonomische Interessen, wenn man das Leiden eines angefahrenen Elchs verkürzen will.

Weitere Informationen, Karten und Statistik finden sich auf www.viltolycka.se .

(Unser Bild oben zeigt einen Jäger mit Spürhund — sie versuchen, ein angefahrenes Wildtier zu finden; Bild: Magnus Nyman)

Meine erste Begegnung mit einem Elch hätte fast meine letzte sein können

Ich war schon einige Male in Schweden mit dem Auto unterwegs gewesen, hatte aber noch nie einen Elch in freier Wildbahn gesehen. Im Scherz sagte ich, "mit dem ersten Elch, den ich sehe, stoße ich zusammen". Und so kam es dann fast.

Ich war nachts um 2 Uhr im Regen in Värmland Richtung Karlstad unterwegs. Mein Auto war ein alter Ford Escort, damals noch ohne Airbag und schaumummanteltes Lenkrad. Nicht einmal eine Kopfstütze hatte ich.

Da kam der Elch von rechts über die Straße. Da ich wegen des Regens nur 60 km/h fuhr, ging alles gut. Ich bremste vorsichtig und drehte mich über die linke Schulter. Da sah ich den Elch im Wald verschwinden.

Wäre ich ein oder zwei Sekunden vorher an der Stelle gewesen, hätte es gekracht.

Großes Glück gehabt!

 

Zunahme von Wildunfällen

Innerhalb von fünf Jahren ist mancherorts in Schweden die Zahl von Wildunfällen um 60% gestiegen. Gründe sind mehr Tiere, zunehmender Verkehr und schlecht gepflegte Wildzäune. Nun beginnt man bei neuen Straßen über Wildtunnel und Wildunterführungen nachzudenken.

 

Markieren der Unfallstelle
Zum Markieren der Unfallstelle soll man Flatterband, eine Plastiktüte oder ein auffallendes Kleidungsstück nehmen — bei Bilprovningen, dem schwedischen Gegenstück zum deutschen TÜV, erhält man auch solche kostenlosen Markierungsstreifen. Bilprovningen hat 184 Stationen in Schweden von Karesuando im Norden bis Trelleborg im Süden. (Bild: Kristian Lindberg)