Winter in Schweden – Zehn Wintertipps von Åke, einem 80-jährigen Schweden

Åke Siikavuopio

Schweden im Winter ist Natur in Perfektion – mit Rentieren, Huskys und Polarlichtern am Himmel. Der alte Schwede Åke Siikavuopio präsentiert seine zehn besten Wintertipps, von Varberg im Süden bis zu Riksgränsen im äußersten Norden des 1.600 km langen Landes.

Ein Winter in Schweden bedeutet, den Luxus des Ursprünglichen wiederzuentdecken. Schneebedeckte Landschaften unter einem klaren Sternenhimmel bewundern. Einmal selbst den Huskyschlitten lenken. Aufwärmen am Feuer in der Kota, dem traditionellen Zelt der Samen. Die Nordlichter am Himmel tanzen sehen. Ein Winter in Schweden bedeutet, Wildnis erkunden, Stille spüren, Einsamkeit erleben.

Åke Siikavuopio lebt 235 Kilometer nördlich vom Polarkreis

Einer, der das winterliche Schweden mit seinen kurzen Tagen und langen Nächten Heimat nennt, ist Åke Siikavuopio. Mit seinen 80 Jahren ist er der einzige Einwohner Naimakkas. Das ist ein kleiner Ort 235 Kilometer nördlich des Polarkreises. Dort, wo es nur zwölf Holzhäuser gibt und die nächste Stadt über drei Stunden Autofahrt entfernt ist, sinken die Temperaturen im Winter auf bis zu minus 40 Grad. Zum Vergleich: Ein handelsüblicher Eisschrank kühlt auf minus 18 Grad herunter.

Naimakka

Naimakka

Åke kümmert sich in Naimakka um die dortige Wetterstation. In seinem hohen Alter heizt er zwar noch mit seinem Schneemobil über die weiße Landschaft. Über die Dorfgrenzen hinaus ist er jedoch schon lange nicht mehr gereist. Früher war das anders. Er hat viele Orte in seinem Leben gesehen und weiß, wo sich Schweden im Winter von seiner schönsten Seite zeigt. Von den neusten Trends – etwa einer Tour mit dem Fatbike – lässt er sich von seinem Sohn und seinem Enkel erzählen.

Denn zwei Dinge liegen in Schweden oft ganz nah beieinander: die Abgeschiedenheit der Natur und die Vorzüge der Moderne. Hier kommt jeder auf seine Kosten – vom Individualisten bis zum Abenteurer.

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www.facebook.com/lifeofake

Hier kommen Åkes zehn Winter-Highlights:

1. Windsurfen in Varberg

Windsurfen in Varberg

Seit Ende der 1970er Jahre ist Varberg, zwischen Göteborg und Halmstad, das Mekka für Schwedens Windsurfer – besonders im Winter. Die bekannteste Bucht ist Apelviken. Dort gibt es einen das ganze Jahr über geöffneten Campingplatz mit schicken und praktischen Hütten und Apartments.

Hier läuft die Surfsaison auf Hochtouren, wenn in Deutschland kaum wer an Strandurlaub denkt. Besonders gut beobachten lassen sich die Surfer hier an einem stürmischen Januartag. Wer sich selbst aufs Brett schwingen möchte, findet in dem Badeort mit langer touristischer Tradition einige Surfschulen.

Surfkurse gibt es auf Anfrage.

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www.surfers.se

2. Fatbike-Touren in Luleå

Fatbike-Touren in Luleå

Schneebedeckte Landschaften können Mountainbiking in Schwedisch Lappland unnötig verkomplizieren. Doch wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Die schwedische Antwort auf diese Herausforderung heißt Fat Bike, ein Mountainbike mit extrem breiten Reifen. Mit diesem geht es auf einer geführten Tour durch das Luleå Archipel über Schnee und Eis, statt über Stock und Stein – bei Tag oder bei Nacht.

Die Touren werden Januar bis März angeboten und dauern zwei bis drei Stunden.

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www.ouroboroslulea.com

3. Huskyschlittenfahrt in Kiruna

Huskyschlittenfahrt in Kiruna

Kiruna, die nördlichste Stadt Schwedens, ist das Mekka für Natur- und Tierliebhaber. Denn hier ist es bei einer Fahrt mit dem Hundeschlitten möglich, einmal selbst Musher zu sein – angeleitet von professionellen Guides. Ob nur für ein paar Stunden, einen ganzen Tag oder sogar über Nacht: Die Vorfreude der Hunde zu spüren und den Schlitten durch die verschneite Landschaft zu lenken ist ein Erlebnis für die Ewigkeit. Aufgewärmt wird sich zwischendurch am Lagerfeuer – und beim Spiel mit den Huskys.

Passende Winterkleidung wird gestellt. Ca. 235 Euro pro Person.

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www.kirunalapland.se

4. Igloo-Hotel in Arjeplog

Igloo-Hotel in Arjeplog

Ein Hotel ganz aus Schnee und Eis – das gibt es in Lappland. In Arjeplog entsteht jeden Winter aufs Neue das sogenannte Iglootel. Auf insgesamt 800 Quadratmetern finden sich hier zehn Schlafiglus, eine Bar und ein Spabereich, in dem sich die Gäste auf die Nacht vorbereiten können. Ob ein warmes Bad in den Outdoorwhirlpools, ein ausgiebiger Saunagang oder ein Gespräch am offenen Feuer – einzigartige Momente unter dem Polarhimmel sind garantiert.

In der Nacht halten spezielle Schlafsäcke und Funktionskleidung warm. Darüber hinaus bietet das Iglootel zahlreiche Aktivitäten an, etwa eine Tour mit dem Schneemobil.

Übernachtungen kosten ab 125 Euro, Schneemobiltouren ab 399 Euro pro Tag.

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www.iglootel.de

5. Nordlichtjagd in Abisko

Nordlichtjagd in Abisko

Inmitten des Nationalparks Abisko, 200 Kilometer nördlich des Polarkreises, liegt die Aurora Sky Station. Bereits seit über 100 Jahren zieht sie Besucher aus der ganzen Welt an.

Der Grund: An keinem anderen Ort auf der Erde ist die Chance, das Nordlicht zu sehen, größer als hier. Dazu trägt einerseits die perfekte Lage inmitten der Aurora-Zone zwischen dem 65. und dem 72. nördlichen Breitengrad bei und andererseits die geringe Lichtverschmutzung auf dem Gipfel des Bergs Nuolja.

Der Eintritt kostet ca. 70 Euro.

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www.auroraskystation.se

Lest dazu bei uns auch Nordlichter, Elche und Schneehunde in Nordschweden.

6. Rentierfüttern in Malå

Rentierfüttern in Malå

Im Einklang mit der Natur leben: Was für die Samen, die einheimischen Bewohner Schwedisch Lapplands, früher selbstverständlich war, können Gäste des Batsuoj Sami Center in Malå noch heute erleben. Rentiere füttern, sich am Lagerfeuer in der Kota, dem traditionellen Zelt der Samen, aufwärmen, ein Stück getrocknetes Rentierfleisch probieren oder einfach alten Sami-Liedern lauschen. Hier lernen Besucher viel über die Kultur und das Leben des indigenen Volks.

Eine vierstündige Tour kostet ca. 72 Euro.

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www.batsuoj.se

7. Ice Driving in Arjeplog

Ice Driving in Arjeplog

Das kleine Arjeplog hat sich internationalen Ruf verschafft: als Teststrecke für die Automobilindustrie. Auch deutsche Unternehmen testen in dem knapp 2.000-Einwohner-Ort von November bis März ihre Prototypen auf den zugefrorenen Seen. Eine Erfahrung, die auch Touristen erleben können. Beim Ice Driving geht es mit einem persönlichen Fahrlehrer über das glatte Eis. Interessierte reisen mit der extra für das Erprobungszentrum eingerichteten Fluglinie Fly Car an.

Zwei Tage Fahrtraining kosten ab 1.860 EUR.

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www.lapland-ice-driving.com

8. Skilanglauf im Ahkka-Gebirgsmassiv

Skilanglauf im Ahkka-Gebirgsmassiv

Riesige Wälder, ein Gebirge, Gletscher und ausgedehnte Sümpfe: Laponia, das Land der Samen und Rentiere, ist Teil von Europas größter weitgehend unberührter Wildnis. 1996 wurde es deswegen zum Weltkulturerbe erklärt. Mit rund 9.400 Quadratkilometern ist es etwas größer als Zypern und lässt sich besonders gut bei geführten Langlauftouren erkunden. Von den Gipfeln des Ahkka-Gebirgsmassivs bietet sich ein atemberaubender Blick über die nahezu wilde Landschaft.

Das Besucherzentrum Naturum bietet Touren an. Preise auf Anfrage.

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www.laponia.nu

9. Schneeschuhwandern und Übernachtung im Baumhotel, Harads

Schneeschuhwandern und Übernachtung im Baumhotel, Harads

Unberührte Natur entdecken – das geht in Schweden besonders gut per Schneeschuh. Der Vorteil: Damit sind auch Landschaften zugänglich, die aufgrund des Tiefschnees sonst nicht zu erreichen wären. Ein besonderes Paket bietet das Treehotel in Harads. Dieses bietet neben dem Wander-Equipment auch die Möglichkeit, sich im Eisangeln auszuprobieren. Das absolute Highlight aber ist die Übernachtung in einem der sieben Baumhäuser mit Blick auf den Lule älv.

Die Baumhäuser befinden sich in vier bis sechs Metern Höhe. Übernachtungen ab ca. 500 Euro für 2 Personen, inkl. Frühstück. Schneeschuhwanderung ca. 180 EUR.

Mehr Infos

www.treehotel.se

Das Treehotel könnt Ihr auch über unseren Partner Booking.com buchen:  Treehotel in Harads – Details und Buchen

10. Skiabfahrt in Riksgränsen

Skiabfahrt in Riksgränsen

Wer auch im Juni noch Pulverschnee und steile Abfahrten sucht, wird in Riksgränsen fündig. Das nördlichste Skigebiet Schwedens gilt als das beste des Landes. Wenn Ende Mai überall die Saison vorbei ist, dauert ein Skitag hier noch von morgens um acht bis kurz nach Mitternacht. Kein Wunder, dass es deswegen auch Austragungsort der Scandinavian Big Mountain Championships und des Finales der europäischen Freeride-Saison ist.

In Riksgränsen ist es möglich, am Mittsommerabend in der Mitternachtssonne Ski zu fahren. Die Preise variieren nach Saison.

Mehr Infos

www.riksgransen.se

Dieser Beitrag ist in Zusammenarbeit mit Vaillant entstanden; Bilder, von oben nach unten: facebook.com/lifeofake (Bild 1 und 2), surfers.se, ouroboroslulea.com, abisko.net, iglootel.de, auroraskystation.se, batsuoj.se, Laponie Ice Driving 2017/Felix Macias, laponia.nu, treehotel.se, Markus Alatalo