Update 14. Juli – Reisewarnung und Quarantänepflicht aufgehoben

Ende Mai habe ich schon einmal versucht, die aktuelle Lage in Schweden zu beschreiben. Ich war überrascht, auf welches Echo dieser Versuch stieß. Mein Facebook Post mit dem Link zum Artikel erreichte 700.000 Personen und wurde 300-mal kommentiert. Das Interesse war also enorm.

Vielleicht aber hatte ich nur den perfekten Zeitpunkt getroffen. Zu der Zeit damals flammte nämlich unter Schwedenfreunden eine kleine Hoffnung auf, dass doch noch ein einigermaßen normaler Sommerurlaub in Schweden möglich sein wird.

Stimmungsumschwung Anfang Juni

Leider kippte die Stimmung dann sehr schnell. Mit Hinweis auf die Fallzahlen in Schweden führten einige Bundesländer Quarantäne für Rückkehrer ein. Gleichzeitig machten die Norweger, Dänen und Finnen ihre Grenzen dicht und blickten auf uns herab. Wir waren ziemlich isoliert, die Außenseiter in Europa.

Dann Hoffnungsschimmer

Seit einigen Wochen aber scheinen sich bei uns die Zahlen in die richtige Richtung zu bewegen. Wir haben immer weniger Corona-Fälle auf den Intensivstationen des Landes, und auch die Todeszahlen gehen zurück.

Die Zahl der Neuerkrankungen ist ebenfalls rückläufig – der 7-Tage-Mittelwert für das gesamte Land ist von 1.246 (26. Juni) auf 384 (14. Juli) gefallen. Und das, obwohl immer mehr getestet wird.

Nun Schweden kein Risikogebiet mehr

Am 14. Juli wurde schließlich die deutsche Reisewarnung aufgehoben. Schweden zählt beim Robert Koch-Institut nicht mehr zu den Risikogebieten.

Damit ist auch die Quarantänepflicht für Rückkehrer entfallen. Ich sollte hinzufügen: für symptomfreie Rückkehrer. Aber diese Einschränkung gilt ja generell.

Spontaner Schwedenurlaub?

Ich hoffe, dass nun etwas Normalität einkehrt und wir den zweiten Teil der Saison in Ruhe zu Ende bringen können. Wir haben aber in den letzten Monaten gelernt, dass sich das Blatt schnell wenden kann. Behaltet deshalb die Entwicklung im Auge, wenn Ihr Euch noch auf den Weg nach Schweden machen wollt.

Natürlich sind auch jetzt, Mitte Juli, deutsche Touristen in Schweden. Bei einem Gang über einen Campingplatz hier in der Nähe habe ich sechs deutsche Autokennzeichen gezählt. Auch beim ICA hier in Svenljunga sehe ich jeden Tag deutsche Autos. Leipzig, Hamburg, Hannover, Büren, Coesfeld, Uelzen, Rostock und sogar Gütersloh waren darunter. Es sind halt bei weitem nicht so viele deutsche Urlauber wie in normalen Jahren.

Wenn Ihr sehr flexibel seid, gebe ich Euch den Tipp, dass vom 17. August an die meisten Schweden wieder zurück am Arbeitsplatz oder in der Schule sind. Die Campingplätze und Ferienhäuser dürften dann ziemlich leer sein. Gleiches wird dann sicherlich auch für unsere Strände gelten.

Falls Ihr mit dem Gedanken spielt, noch später zu kommen, könnt Ihr Euch hier inspirieren lassen: Herbst in Schweden – Schöne Tage im September und Oktober.

Der Alltag funktioniert bei uns weitgehend normal. Allerdings sind alle größeren Veranstaltungen abgesagt. Und alle Vergnügungsparks bleiben geschlossen.

Unsere schöne Natur ist aber genauso leicht zugänglich wie immer.

Und zu guter Letzt: Ihr braucht nicht das Auto vollzupacken. Einkaufen ist bei uns kein Problem. Es gibt alles, und es wird Abstand gehalten.

Ich helfe gern

Solltet Ihr Fragen haben, nutzt bitte das Kontaktformular.

Ich habe jetzt selbst Urlaub und werde vermutlich viel in Västergötland, Halland und Småland unterwegs sein. Folgt mir doch auf Instagram, wenn Ihr Euch nach Schweden träumen wollt: @schwedentipps

Ich wünsche Euch einen schönen Sommer.

Walther aus Svenljunga


Nützliche Links

Täglich aktualisierte Fallzahlen und Statistiken für Schweden und alle Regionen findet Ihr hier:

Ihr könnt da z. B. ablesen, dass es Regionen gibt, die es verhältnismäßig gering getroffen hat. Zu denen zählen Skåne, Blekinge, die südlichen und östlichen Teile von Småland (Växjö, Kalmar), Halland und Värmland. Corona ist sehr ungleich verteilt in Schweden. Schlimm hat es vor allem unsere Altenheime und bestimmte Einwanderer-Vororte in Stockholm (Rinkeby, Tensta, Fittja …), Göteborg und Södertälje erwischt. Dort fährt aber schon in normalen Zeiten kaum ein Tourist hin. Der dichtbesiedelte Stockholmer Stadtteil Östermalm mit dem bei Touristen beliebten Strandvägen hat dagegen kaum Fälle gehabt (Quelle).

Die Reise- und Sicherheitshinweise vom Auswärtigen Amt gibt es hier:

Auch die Deutsche Botschaft in Stockholm hält Informationen bereit:

Da steht unmissverständlich zu lesen: “Es wurde beschlossen, die nach der Muster-Verordnung des Bundes bestehende 14-tägige Quarantänepflicht angesichts sinkender Neuinfektionen aufzuheben.” (Website abgerufen am 14.7.2020)