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Hiltrud Baier: "Lieber in Schweden —
Deutsche Auswanderer erzählen", Norderstedt: BoD, 2011

Viele Wege nach Schweden

Den klassischen Auswanderer gibt es nicht. Jeder Auswanderer hat seine eigenen Beweggründe, seinen eigenen Weg. Der eine geht wegen der Liebe, der nächste aus beruflichen Gründen, und wieder andere auf der Suche nach der inneren Ruhe.

Zwölf Interviews

Hiltrud Baier lebt seit zehn Jahren in Schweden. Sie hat in dieser Zeit viele Deutsche getroffen, die es ebenfalls nach Schweden gezogen hat. Einige dieser Auswanderer präsentiert sie in einem informativen und angenehm locker geschriebenen Buch. "Lieber in Schweden" enthält zwölf Interviews, in denen die Neu-Schweden selbst zu Wort kommen. Die Interviews gibt Baier nicht wortwörtlich, sondern in erzählender Form wieder. Ihr gelingt es damit auf wenigen Seiten, ein Porträt zu zeichnen. Baiers Fragen kreisen um folgende Themen:

  • Warum Schweden?
  • Wohnungssuche
  • Erster Job, heutige Arbeitssituation
  • Ausländerfeindlichkeit?
  • Alkohol
  • Gesundheitswesen
  • Kontakt zu Schweden?
  • Mentalitätsunterschiede
  • Missverständnisse im Alltag
  • Was fehlt in Schweden?
  • Sehnsucht nach Deutschland?
  • Einsamkeit?
  • Was stört, was nervt in Schweden?
  • Was schätzt Ihr an Schweden?
  • Wie klappt es mit der schwedischen Sprache?

Tipps und Ratschläge für Auswanderungswillige

Baier fragt ihre Interviewpartner überdies, ob sie Ratschläge für auswanderungswillige Deutsche haben. Hier kommen viele kluge Tipps zusammen: Man sollte seine deutschen Pässe vorher verlängern, man sollte möglichst schnell Schwedisch lernen, man sollte soviel Gespartes mitbringen, dass man zur Not das erste Jahr ohne Job auskommt, man sollte "tough" und nicht pingelig sein usw.

Die Menschen, die zur Sprache kommen, reichen von einer Tourismus-Managerin in Stockholm bis hin zu einem Messermacher, der die meiste Zeit allein im Wald lebt. Alle betonen, dass sie etwas relaxter als in Deutschland leben. Sport, Natur und Outdoor-Erlebnisse spielen bei allen Auswanderern eine größere Rolle als noch in Deutschland.

Wo ist das moderne Schweden? 

Bei der begrenzten Zahl an Interviews kann das Buch natürlich nicht repräsentativ sein — will es auch nicht. Dennoch vermissen wir hier eine große Gruppe von deutschen Auswanderern, die auch nach Schweden gekommen ist: die Krankenhausärzte, die Kinder- und Zahnärzte, die Forscher in der Biotechnik, die Entwickler und Ingenieure bei Ericsson, die Einkäufer bei Volvo, die Spezialisten in den Laboren von AstraZeneca, die Geschäftsführer von Niederlassungen deutscher Firmen — alles Deutsche, die wir in den letzten Jahren getroffen haben. Sie leben ein "normales", bürgerliches, vielleicht sogar konsumorientiertes Leben wie in Deutschland auch, sicherlich etwas gemächlicher und mit einem menschlicheren Arbeitsklima. Sie sind nach Schweden gekommen (und in Schweden geblieben), weil Schweden ein hochmodernes Land ist mit erstklassigen Hochschulen, tüchtigen Ingenieuren und pfiffigen Entwicklern, führend in der IT, höchst erfolgreich im Export und mit vielen weltgewandten, allerbestens englisch sprechenden Menschen.

Leider ist dieses hochmoderne Schweden in vielen Regionen dieses langen Landes nicht (mehr) zu finden. Die Kluft zwischen dem großstädtischen Schweden (Stockholm/Uppsala, Göteborg/Kungsbacka, Malmö/Lund) und dem ländlichen Schweden ("glesbygd") wächst. Junge Schweden verlassen ihre Heimatorte auf dem Land und gehen in die drei Großstadtregionen oder gleich nach Oslo, London oder New York. Oft sind es deutsche — und holländische — Auswanderer, die im "glesbygd" nachrücken. Sie gründen kleine Unternehmen im Tourismus, in der Landwirtschaft oder in der Lebensmittelherstellung, renovieren die Häuser, bewahren die Traditionen und integrieren sich. Wer sich mit solchen Gedanken trägt, wird in Baiers Buch viele wertvolle Eindrücke, Ideen und Ratschläge finden.

(Bezugsquelle: Das Buch ist bei Amazon portofrei hier  erhätlich.)

 

 

Hiltrud Baier, lieber in Schweden

 

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