Mit dem Kanu unterwegs in Nordvärmland
Im Norden Värmlands unweit von Sysslebäck entstanden unsere Bilder. Hier an der Grenze zu
Dalarna liegt ein Seengebiet, das sich gut zum Kanufahren
eignet — für einige Stunden oder mehrere Tage. Die Seen heißen Eggsjön, Norskbrosjön, Fageråssjön,
Örsjön und Tossjön. Von letzterem gelangt man zu einem der schönsten Seen Dalarnas, dem
Tisjön — aber das wäre dann schon eine mehrtägige Tour. Teilweise sind kurze Landtransporte
zwischen den Seen nötig.
Das Kanu habe ich im Sporthotel
Långberget geliehen. Man muss es nicht an den See transportieren, denn dem Hotel gehört ein
Lagerplatz direkt am Norskbrosjön. Hier liegen die Kanus angebunden. Den Schlüssel gibt es im
Hotel.

Alleine gegen den Wind ...
Ich war alleine unterwegs. Das war für mich eine neue Erfahrung, denn bislang bin ich immer
zumindest zu zweit gefahren. Mir wurde schnell klar, dass sich ein Kanu ganz anders verhält, wenn
es nur hinten belastet ist. Es kommt vorne hoch aus dem Wasser und ist damit viel weniger
richtungsstabil.
Dann habe ich den Fehler gemacht, mit dem Wind im Rücken loszupaddeln. Als ich nach einem
Vormittag und einer langen Rast wieder zurück zur Ausgangsstelle paddeln wollte, merkte ich, dass
ich alleine gegen den Wind ziemlich alt aussah. Manchmal drehte sich das Boot einfach auf der
Stelle. Ein wenig packte mich die Panik, aber mit viel Kraft und immer direkt am Land entlang habe
ich es dann doch wieder nach Hause geschafft.
Moose, Blaubeeren und Fische — und keine Mücken
Meine Rast hatte ich auf einer kleinen Insel im See verbracht. Hier gab es wunderbar lichten
Baumbestand mit viel Moos (perfekt für die heimische Modelleisenbahn) und vielen Blaubeeren. Am
Ufer konnte ich immer wieder Fische nach Fliegen schnappen hören. Da ich mir keine Angelkarte
besorgt hatte, war die Angel aber im Hotel geblieben.
Meinen Kanuausflug machte ich übrigens in kurzer Hose und T-Shirt — normalerweise empfiehlt
sich wegen der Mücken mehr Kleidung. Doch an diesem schönen Tag trübte nicht eine einzige Mücke das
Vergnügen.

Stille
Außer einer Familie im Kanu ist mir an diesem Tag kein Mensch begegnet. Es war sehr still. Nur
aus der Ferne hörte ich ab und zu einen Lastwagen, der wohl Baumstämme aus dem Wald holte.
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Holzkonstruktionen
im Moor

Auf meiner Tour habe ich mich gefragt, welchen Sinn diese Holzkonstruktionen haben. Im Hotel
sagte man mir, sie würden verwendet, um zu verhindern, dass die Moore wegschwimmen und dann
Wasserwege unpassierbar machen. Die Pflöcke der Holzgestelle werden dazu in den Seeboden gerammt.
Dann werden die Gestelle mit Stahlseilen an Land verankert. Um diese Gestelle kümmert sich eine
lokale Vereinigung von Grundbesitzern, die Fischereirechte in diesen Seen besitzen. Auf schwedisch
heißt diese Vereinigung "fiskevårdsområdesförening" (auch die Schweden können lange Wörter bilden
...).

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