Hupen in Schweden

Hupen ist unschwedisch. In Schweden macht man in der Regel keinen Krach, man ist nicht laut, man ist vor allem nicht aggressiv. Deshalb hupt auch fast keiner. Und schon gar nicht hupt man aus Ungeduld oder weil man einen anderen “erziehen” will. Selbst in manchen Gefahrensituationen halten sie die Schweden mit dem Hupen zurück.

Hupen in Schweden

Wer also dennoch hupt (berechtigt oder unberechtigt), darf sich nicht wundern, wenn er damit Wirkung erzielt.

Lichthupe

Wenn dagegen ein schwedischer Autofahrer die Lichthupe betätigt, bevor er überholt, ist das meist nicht als Drängeln misszuverstehen. Vielmehr ist das eine Vorsicht: “Achtung, jetzt überhole ich dich.” Als Überholter hält man sich dann ganz rechts oder weicht sogar (teilweise) auf den Standstreifen aus.

Früher war das Anblinken vor dem Überholen üblicher als heute. Das hat damit zu tun, dass viele unserer sehr breiten Landstraßen in die 2+1-Variante umgebaut wurden und damit wechselweise ungehindertes Überholen erlauben.

Warnblinkanlage

Gelegentlich sieht man am Ende eines plötzlichen Verkehrsstaus schwedische Autofahrer, die die Warnblinkanlage einschalten, um den Hintermann zur Vorsicht zu mahnen. Diese kontinentale Sitte ist neu in Schweden, wird aber offenbar verstanden. Ich bin schon mal dankend von meinem Hintermann angeblinkt worden, nachdem ich das gemacht hatte.

Zum Dank blinken

Weil es gerade vom Thema her so gut passt: Auch eine andere kontinentale Sitte hält Einzug in Schweden. Vereinzelt sieht man schwedische Autofahrer, die sich bei einem anderen Autofahrer mit kurzem Blinken links und rechts bedanken. Z. B., wenn ein Autofahrer scharf rechts gefahren ist, um ein Überholen zu ermöglichen und man ihm anschließend dafür danken will.

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