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So sieht ein typisches Julbord in einem schwedischen
Restaurant aus (Bild: Per Ola Wiberg)
Julbord, das weihnachtliche Smörgåsbord
Ein Julbord ist ein weihnachtlich inspiriertes schwedisches Buffet, eine Weihnachtstafel. Viele
schwedische Restaurants bieten ein Julbord in der Vorweihnachtszeit an. Oft ist es auch Bestandteil
der Weihnachtsfeiern, die in schwedischen Unternehmen üblich sind.
Auch zu Hause kann man ein Julbord servieren. Dafür sollte man aber schon fünf oder sechs
Erwachsene sein, damit sich der Aufwand lohnt. Der Vorteil eines Julbord ist, dass man fast alles
vorbereiten kann. Wenn die Gäste dann da sind, braucht man nicht mehr lange in der Küche zu
stehen.
Was ist ein Julbord?
Ein Julbord ist im Grunde ein Smörgåsbord, wie man es während des Sommerurlaubs an Bord der
großen Fähren erleben kann. Auf dem Julbord finden sich jedoch einige für die Weihnachtszeit
typische Speisen, z. B. der Julskinka. Für ein Julbord sollte man sich mehrere Stunden Zeit nehmen,
es will in aller Gemütlichkeit genossen werden.
Wie serviert man ein Julbord?
Das Julbord kann man in der Küche oder im Esszimmer auf einer größeren Anrichte oder einem
separaten Tisch aufbauen. Jeder Gast nimmt sich sein Essen selbst. Wie bei jedem Buffet sollte
man vermeiden, sich den Teller vollzuladen. Lieber öfter gehen und sich immer kleine Portionen
frisch holen — die Bewegung zwischen den Gängen tut ja auch gut.
Für das Julbord sollte man genügend Teller, Besteck und Gläser bereitstellen, denn zwischen den
Gängen will man gern wechseln (wer will schon gern Köttbullar essen, die nach saurem Hering
schmecken?). Eine weihnachtliche Dekoration gehört natürlich ebenfalls zum Julbord.
Für die warmen Speisen braucht man Warmhalteplatten oder Rechauds. Die kalten
Speisen sollte man richtig kalt halten (siehe weiter unten).
Welche Speisen gehören auf ein Julbord?
Es gibt viele Varianten vom Julbord. Meist jedoch enthält das Julbord zumindest folgende
Gänge:
Fischgang:
- Sauer eingelegte Heringe ("sill"), z. B. in Dill-, Curry- oder Senfsauce
- Lachs, geräuchert, warmgeräuchert und/oder gebeizt ("gravad")
- Frischer Dill
- Krabben zum Pulen oder als Krabbensalat
- Räucheraal, wenn man will
- Evt. Wurstaufschnitt ("kallskuret"), z. B. Roastbeef, Leberpastete
Warme Speisen:
- Köttbullar: die schwedischen kleinen Fleischbällchen
- Prinskorv: kleine geräucherte Würstchen, gebraten
- Janssons frestelse: ein Kartoffelgratin mit Anchovis
- Julskinka: Schinken, serviert mit süßem Senf
- Rotkohl oder Rote-Bete-Salat
Nachspeisen:
- Käse, verschiedene Sorten
- Süße Desserts nach Belieben, z. B. Eiskonfekt in bunten Alu-Hütchen (damit ist die
Schokopraline, nicht Eiskrem gemeint)
Beilagen:
- Kartöffelchen (sowohl zum kalten Fisch als auch zu den warmen Speisen)
- Knäckebrot
- Baguettes
- salzige Kräcker zum Käse
- Butter
Welche Getränke passen zum Julbord?
Bei Ankunft der Gäste kann man einen Glögg als Aperitif servieren, also einen schwedischen
Glühwein, den man mit Rosinen und Mandeln würzen kann.
Bier und Aquavit oder ein trockener Weißwein passen zum ersten, "fischigen" Teil des Julbord.
Für die warmen Speisen kann man auf einen Rotwein umsteigen. Die Schweden trinken zu allen
Speisen auch gern Julöl, ein süßeres, dunkles Bier. Uns allerdings will das nicht recht zum sauren
Fisch passen.
Alkohol muss es nicht sein, es gibt (zumindest hier in Schweden) mittlerweile ganz passable
alkoholfreie Varianten von Bier, Weißwein und Rotwein.
In Schweden auch immer ganz wichtig: der Kaffee, sobald man beim Süßen angekommen ist. Dazu gibt
es dann einen Cognac ("kaffe med avec", sagt man auf schwedisch).
Was soll man im Umgang mit den Lebensmitteln beachten?
In der Vorweihnachtszeit gibt es gelegentlich Restaurantgäste, die nach einem Julbord
Magenprobleme bekommen. Manchmal liegen die Speisen zu lange in der Wärme, oder es sind Dinge
(wieder) auf den Tisch gekommen, die nicht mehr frisch sind. Das passiert selbst sonst
erstklassigen Restaurants wie z. B. dem Novotel in Göteborg, das bei einer Julbord-Inspektion
sofort schließen musste.
Kalte Speisen sollten also gut kalt stehen (z. B. mit Hilfe von Kühlakkus oder Eiswürfeln) und
warme sollten auch wirklich durch und durch erhitzt worden sein. Besser nur kleine Portionen
auf dem Julbord servieren und dann bei Bedarf nachlegen. Im Zweifel Reste lieber in den Mülleimer
geben.
Wo finde ich in Deutschland schwedische Lebensmittel?
Mittlerweile sind schwedische Lebensmittel auch in Deutschland gut zu bekommen. Einige
Dinge (vor allem Süßigkeiten) gibt es im Internet beim Nordland-Shop (Versand) . Ein breites Angebot haben auch
die Lebensmittelecken der Ikea-Warenhäuser. Im Sortiment von
guten Delikatessengeschäften findet man oft Lachs und selbst gemachte Hovmästarsauce
bzw. Gravad-Lax-Sauce. Selbst im gewöhnlichen Supermarkt (z. B. bei real) gibt es schwedische
Lebensmittel, z. B. Hering von Abba, aber auch Lachs in allen
Varianten. 
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Rezept für Janssons frestelse
Janssons frestelse (Janssons Versuchung) ist ein Kartoffelgratin mit Anchovis. Das Gericht
gehört zum sommerlichen Smörgåsbord wie zum weihnachtlichen Julbord. Es ist typisch schwedische
Hausmannskost.

(Bild: Abba Seafood)
Zutaten
für 4 Personen (als Hauptgericht):
- 8 Kartoffeln, z. B. King Edward, ca. 700 Gramm
- 20 bis 25 Anchovisfilets (aus der Dose oder dem Glas), ca. 125 Gramm
- 1 Esslöffel Anchovislake
- 1 bis 2 Zwiebeln
- 0,3 l süße Sahne
- 1 Esslöffel Paniermehl
- etwas Butter
Zubereitung
Die geschälten Kartoffeln in sehr dünne Stäbchen schneiden. Zwiebelringe oder Zwiebelwürfel in
der Pfanne in etwas Butter dünsten oder anbraten. Kartoffeln, Zwiebeln und klein geschnittene
Anchovis in einer feuerfesten eingefetteten Form schichten (ganz unten und ganz oben sollten
Kartoffeln liegen). Darüber die Lake und 2/3 der Sahne gießen. Alles sollte bedeckt sein.
Paniermehl darüberstreuen. Im Ofen bei ca. 200 Grad in ca. 50 Minuten backen. Restliche Sahne
ungefähr 15 Minuten vor dem Ende darübergießen, am besten am Rand der Form.
Gewürzt wird der Auflauf nur sparsam, z. B. mit ein wenig Pfeffer. Salz braucht man wegen der eh
schon sehr salzigen Anchovis nicht hinzuzugeben.

Julskinka (Bild: © Ann Lindberg, www.imagebank.sweden.se)
Rezept für Julskinka (einfache Zubereitung)
Für den traditionellen schwedischen Schinken kann man auch einen fertigen Kochschinken am Stück
nehmen und ihn "aufpeppen".
Zutaten
für ca. 6 Personen:
- 2 bis 3 kg fertig gekochter Schinken, am Stück
- 2 Eigelb
- 3 Esslöffel milder grobkörniger Senf, oder eine Mischung aus mildem und französischem
Senf
- 2 Esslöffel Zucker, evt. etwas Honig
- 2 bis 3 Esslöffel Paniermehl
Zubereitung
Den Schinken in eine feuerfeste Form geben und ihn mit der Mischung aus Eigelb, Senf, Zucker und
Honig einpinseln. Darüber das Paniermehl streuen. Etwas Speiseöl in die Form geben. Bei ca. 200
Grad ca. 15 Minuten im Ofen grillen, bis der Schinken Farbe bekommen hat (evt. ihn zwischendurch
mit etwas Öl übergießen). Der Schinken sollte vor dem Servieren abgekühlt sein und in dünne
Scheiben geschnitten werden.
Speisen schwedisch dekorieren
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