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Norwegen

Tromsø

Für mich in Schweden ist Norwegen nicht nur ein Nachbarland auf der Landkarte – es ist ein Gebiet der Wildheit, das direkt an unsere sanften schwedischen Wälder anschließt. Norwegen schenkt uns schroffe Küsten, tiefe Täler und urige Ferienhütten. Kurz: Es liefert die dramatische Postkarten-Ästhetik des Nordens. Kein Wunder, dass das ganze Land geradezu Instagram-freundlich ist.

Doch die Nachbarschaft ist vielschichtig. Jahrelang bedeutete Norwegen für mich vor allem sportliche Rivalität im Wintersport – jener unnachgiebige Gegner, dem wir Schweden selten den Sieg gönnten (und umgekehrt). Diese Rivalität spiegelt eine komplizierte Geschichte wider: Norwegen stand lange Zeit unter dänischer und später unter schwedischer Krone. Erst 1905 erlangte das Land seine volle Unabhängigkeit.

Heute erlaubt diese Nähe mir einen unaufgeregten Blick. Ich sehe nicht nur die schroffen Felsen und tiefen Fjorde, die Norwegens Tourismus versprechen. Ich sehe auch die Gründe für die Dialektvielfalt – die Abgeschiedenheit von Tal zu Tal – und den modernen Wohlstand, der aus den Öl- und Gasvorkommen der Nordsee entstanden ist. Genau das ist Norwegen: ein Land extremer Kontraste.

Geografie, Isolation und Sprache

Die schroffen Küsten, tiefen Täler und hohen Gebirgskämme sorgten historisch für Isolation – von einem Tal zum nächsten fehlten oft Straßen. Das hat eine erstaunliche Dialektvielfalt hervorgebracht und zur Existenz von zwei anerkannten Schriftsprachen geführt: Bokmål (stärker dänisch beeinflusst) und Nynorsk (stärker an ländliche Dialekte angelehnt). Bokmål dominiert in Oslo und in vielen Medien. Nynorsk ist vor allem an der Westküste verbreitet.

Reichtum

Der norwegische Reichtum ist überall spürbar, auch wenn er nicht immer sichtbar ist. Die Erdöl- und Erdgasförderung ermöglichte den Aufbau eines großen Staatsfonds, der dem Land finanzielle Stabilität verschaffte.

Heute verfügt Norwegen über eine hohe Lebensqualität, eine gut ausgebaute Infrastruktur und ein auffällig hohes Preisniveau. Ja, Norwegen ist teuer.

Natur und Erlebnisse

Für viele Deutsche ist Norwegen kein Ziel für reine Sightseeing-Tage, sondern ein Land für aktives Reisen: z. B. Wandern, Radfahren, Klettern und Kajakfahren. Norwegenurlauber suchen oft Weite, Ruhe und eine Kulisse, die fast jede Aufnahme postkartenreif erscheinen lässt.

Gleichzeitig bringt der touristische Erfolg Probleme mit sich. Beliebte Hotspots wie Geiranger, Preikestolen, Trollstigen oder die Lofoten sehen in der Hochsaison sehr viele Besucher. Das angenehme Slow-Travel-Gefühl geht dort oft verloren.

Ein weiterer Treiber ist die Kreuzfahrtindustrie: Legen zwei große Schiffe gleichzeitig in einem kleinen Hafen an, fluten tausende Tagesgäste die Ortskerne und überlasten Infrastruktur und Gastronomie. So habe ich es selbst in Stavanger erlebt, wo die Kreuzfahrtschiffe mitten im Zentrum anlegen dürfen.

Fazit

Norwegen ist ein Land der extremen Gegensätze. Es ist ein moderner, reicher Staat, dessen Seele untrennbar mit den elementaren Kräften der Natur verbunden bleibt. Man findet hier Hightech-Architektur neben jahrhundertealten Ferienhütten und eine liberale Gesellschaft im Herzen einer wilden, schroffen Landschaft. Ihr habt hier die Freiheit, selbst zu wählen, ob ihr Abenteuer an den Hotspots sucht oder die authentische Ruhe in den entlegenen Regionen. Wie auch immer ihr wählt, es wird wahrscheinlich nicht billig, aber unvergesslich.

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Oslo und Oslofjord

Im Oslofjord

Bergen

Bergen bei Sturm

Tromsø

Tromsø

Tromsø: Walbeobachtungstour

Wenn ihr Norwegen etwas ruhiger mögt

Hier kommt eine Liste mit sieben ruhigeren, aber gut versorgten Regionen in Norwegen. Wie immer sortiert von Süd nach Nord.

1. Røros (Hochland, Trøndelag)

Røros ist eine gut erhaltene Holzstadt mit Kultur, lokaler Küche und Wintermarkt. Das Zentrum und ein historisches Bergwerk zählen zum UNESCO Weltkulturerbe. Es gibt Busse und Direktflüge von Oslo und Trondheim. Dennoch ist es etwas ruhiger als in manchen populären Fjordstädten, weil der Fokus auf Kulturtourismus liegt. Mein Tipp: Røros lässt sich auch prima von Funäsdalen aus erreichen.

2. Fosen-Halbinsel sowie Hitra und Frøya (Trøndelag)

Hier findet ihr ruhige Küsteninseln, Seevögel, Angelmöglichkeiten und eine schöne Fjordlandschaft. Die Gegend ist aber weniger bekannt bei internationalen Reisenden. Sie ist ideal für einen Hüttenurlaub. Es gibt Fähr- und Brückenverbindungen.

3. Romsdalen und Åndalsnes (Møre og Romsdal)

Hier gibt es spektakuläre Berge (Trollveggen), den Romsdalseggen-Grat, Fjordnähe und gute Campingplätze. Es ist aber ruhiger als z. B. in Geiranger. Der Tourismus konzentriert sich weniger auf Kreuzfahrten, eher auf Berg- und Aktivtouristen. Åndalsnes wird zwar als Endpunkt der Raumabahn selbst von Kreuzfahrtschiffen angelaufen, allerdings in geringerem Umfang als Geiranger oder Stavanger.

4. Helgeland (inklusive Vega-Archipel) – Nordland

Ihr findet hier eine wilde Küste, zerklüftete Inseln, die „Seven Sisters“ (Bergkette mit sieben Gipfeln) und die Svartisen-Gletscher. Es gibt hier weniger internationalen Hype und viel Platz zwischen den Orten, dazu kleine Hotels, Gästehäuser, Campingplätze, Fährverbindungen sowie regionale Flughäfen und Buslinien. Auf Vega findet ihr ein Besucherzentrum. Der Vega-Archipel mit seinen 6.000 Inseln ist ein UNESCO-Weltnaturerbe wegen der einzigartigen Tradition des Eiderdaunen-Sammelns. Vega ist ideal für einen Roadtrip entlang der Küste (Fv 17, Kystriksveien).

5. Senja – „die kleine Lofoten-Alternative“

Senja bietet eine dramatische Küstenstraße, Aussichtspunkte und Wanderungen. Insgesamt sind es aber weniger Straßen und Unterkünfte. Es gibt zumindest aber einige Campingplätze und lokale Anbieter für Touren. Manchmal wird Senja auch „Mini-Lofoten“ genannt.

6. Vesterålen – nördlich von Lofoten

Die Vesterålen sind eine gebirgige Inselwelt. Hier hat ihr gute Chancen auf leere Strände und auf Walbeobachtung (besonders in Andenes). Es wird weniger Werbung als für die Lofoten gemacht. Überdies sind die Entfernungen zwischen den Orten größer. Meist ist die Landschaft sanfter und grüner als auf den schroffen Lofoten.

7. Varanger-Halbinsel (Ost-Finnmark, Barentssee)

Varanger ist ganz anders: Hier findet ihr eine weite Tundra, Vogelparadiese, einen rauen Küstencharakter und eine arktische Kultur. Varanger liegt sehr weit im Osten. Es gibt kaum Pauschaltourismus und nur wenige Besucher. Varanger (insbesondere die National Tourist Route Varanger) ist der Inbegriff des Off-the-beaten-track-Reisens in Norwegen. Die Gegend ist gut für die Nordlicht- und Vogelbeobachtung. Mein Tipp: Wählt die An- oder Abreise über Finnland. Über Inari und am Inarisee vorbei stehen euch zwei verschiedene Routen stehen zur Auswahl.

Oslo: malerische Fjord-Kreuzfahrt

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