Avesta in Dalarna – Industriegeschichte, Wisente und ein großes Dalapferd

Avesta

Avesta liegt im äußersten Südosten von Dalarna. Von hier fährt man rund 125 km bis zum Siljansee, dem Herzstück der Region Dalarna. Dagegen sind es nur 75 km bis nach Västerås am Mälaren. Deswegen überraschte mich nicht, dass bei mir kein rechtes Dalarna-Feeling aufkommen wollte, als ich Avesta besuchte. Ich kam mir eher schon vor wie in Västmanland. Aber keine Frage, die Stadt gefiel mir. Sie ist geprägt von der Stahlindustrie, hat aber auch einige schwedentypische Arbeitersiedlungen mit gemütlichen falunroten Holzhäusern (“Gamla Byn” mit einigen fast 400 Jahre alten Häuschen). Dazu gibt es zwei sehr ungewöhnliche Skulpturen in der Stadt. Die sind allein schon einen Besuch wert.

Ein Teil des ehemaligen Stahlkonzerns Avesta ist heute Museum (Norra verken), ein anderer Teil gehört zu einem finnischen Unternehmen (Södra verken). Dort sind noch etwa 700 Arbeitsplätze übrig. “Avesta Sheffield” gibt es nicht mehr und ist dennoch vielen in Erinnerung aus der Zeit, als British Steel den Avesta Konzern übernommen hatte.

Ein Wisent aus Stahl

Im Zentrum direkt neben dem Einkaufszentrum steht heute eine wuchtige Wisent-Skulptur aus rostfreiem Stahl. Das Kunstwerk gehörte dem Avesta Konzern und stand von 1952 an auf dem Fabriksgelände. Später wurde die Skulptur an seinen heutigen Platz auf den Markustorget versetzt.

Die Skulptur stammt von Lars Andersson. Sie erinnert daran, dass einer der früheren Eigentümer des Eisenwerks 1924 einen Wisentpark gründete. Damals gab es nur noch fünfzig Tiere in Europa. Der Wisentpark existiert noch heute und kann besucht werden. Nach wie vor hilft er bei der Arterhaltung der Wisente, die manchmal auch “Europäischer Bison” genannt werden und mit dem Bison in Amerika verwandt sind. Immer wieder werden Wisente aus Avesta in den Karpaten (Rumänien) ausgewildert. Auch in Deutschland gibt es wieder freilebende Wisente.

Ein riesiges Dalapferd

Bei meinem Besuch hatte ich Glück mit dem Wetter, aber Pech mit meinem nächsten Fotomotiv. Ich wollte das 13 m hohe Dalapferd fotografieren, das etwas außerhalb des Zentrums an der T-Kreuzung der beiden Straßen 70 und 68 steht (direkt neben einem Burger King und verschiedenen Einkaufsmöglichkeiten).

Leider wurde das Pferd gerade restauriert. Der neue Beton war schon aufgebracht, aber die neue Farbe noch nicht. Deshalb sieht das arme Pferd auf meinem Bild weiter unten etwas mitgenommen aus.

Es gilt als das größte Dalapferd der Welt. Fun Fact: Es ist genauso hoch wie die weltweit größte Bärenskulptur in Sveg, Härjedalen.

Museum und Café

Bevor ich mich auf die Weiterreise machte, habe ich eine Kaffeepause im Museum eingelegt. Es heißt schlicht und einfach Verket und liegt in dem alten, nördlichen Teil des Eisenwerks. Das Gebäude ist eine Mischung aus Museum, Galerie, Café und Industriedenkmal.

Als ich Avesta besuchte, gab es im Verket eine große Ausstellung mit alten Dokumenten und Bildern. Die Stadt feierte nämlich ihr 100-jähriges Bestehen (1919 – 2019).

Doppelstadt mit Fluss

Heute hat Avesta ca. 16.000 Einwohner im Zentralort und insgesamt 23.000 Einwohner in der Gemeinde. Nur Ludvika, Borlänge und Falun sind größer in Dalarna. Das heißt auch, dass alle bekannten und für den Tourismus so wichtigen Orte am Siljan kleiner sind als Avesta. Trotzdem ist Avesta vergleichsweise unbekannt. Grund genug also, dass wir Euch die Stadt hier näherbringen und sie auf unsere Schweden-Karte setzen.

In der schwedischen Bevölkerungsstatistik wird Avesta heute übrigens als Doppelstadt geführt: Avesta-Krylbo.

Der 541 km lange Dalälven fließt durch die Stadt und teilt sie in einen südlichen und einen nördlichen Teil. Der Dalälven ist Schwedens zweitlängster Fluss. Im Zentrum gibt es eine Brücke, die man auch zu Fuß überqueren kann (Kyrkbron).

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Gamla Byn

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Das 13 m hohe Dalapferd

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Die Wisent-Skulptur im Zentrum

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Brücke über den Dalälven 1919

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Fußgängerbrücke zwischen dem Zentrum und dem Museum “Verket”

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Im Zentrum

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