Bier, Wein und andere alkoholische Getränke in Schweden

Alkoholische Getränke mit Ausnahme von Leichtbier werden in Schweden nur im Monopolgeschäft Systembolaget verkauft. Überdies sind sie stark besteuert und daher im Vergleich zu anderen europäischen Ländern teuer. Von den hohen norwegischen und finnischen Preisen sind wir in Schweden allerdings weit entfernt. Getränkemärkte gibt es in Schweden nicht.

Bier in Schweden

Vollbier erhaltet ihr nur im Systembolaget. Es kostet knapp doppelt so viel wie in Deutschland. Hier ein Beispiel: Im Januar 2026 kostet eine 0,5-l-Dose Bitburger (4,8 % vol.) 18,90 SEK – also ungefähr 1,75 Euro. So groß ist der Unterschied zu Deutschland also nicht oder nicht mehr – vor allem, wenn man mit Preisen vor zwanzig Jahren vergleicht.

Original schwedische Biere aus dem Systembolaget tendieren häufig mehr in Richtung süß und hoher Alkoholgehalt, auch wenn es einige anständige lokale Biere und immer mehr experimentierfreudige Mikrobrauereien gibt (dazu mehr weiter unten auf dieser Seite).

Bier-Tipps

Kästen mit Glasflaschen aus Deutschland mitzunehmem scheidet wegen Gewicht und Volumen aus – es sei denn, ihr seid mit einem LKW unterwegs. Deshalb folgende Tipps:

Tipp 1: Wenn man Bier vor allem als Durstlöscher trinken will, gibt es passables Leichtbier mit 3,5 oder 2,8 % vol. auch in normalen schwedischen Lebensmittelgeschäften. Lidl hat hier z. B. Perlenbacher (3,5 % vol.) und Nobelaner (2,8 % vol.), die beide einen eher deutschen Pilsgeschmack haben und verhältnismäßig preiswert sind.

Tipp 2: 5-l-Partyfässchen kann man auch gut aus Deutschland mitnehmen, wenn man wenig Platz im Auto hat. Allerdings sollte man da schon mit mindestens drei Erwachsenen unterwegs sein. Ein solches Fass will nämlich innerhalb von zwei oder drei Stunden ausgetrunken sein, sonst schmeckt das Bier schal. Das Bier hält sich übrigens deutlich frischer, wenn man nach jedem Zapfen die Entlüftung auf der Fassoberseite wieder zudreht (bei einigen Fässchen geht das leider nicht, da muss man einen Korken oder ein Taschentuch hineinstopfen).

Tipp 3: Alternativ kann man PET-Flaschen mitnehmen, sofern es sie noch gibt (z. B. von Lidl, die in Norddeutschland PET-Flaschen auch auf 24er-Palette verkaufen). Für die PET-Flaschen muss man allerdings 0,25 Euro Pfand zahlen. Selbst wenn man die Flaschen nicht nach Deutschland zurückbringt, hat man immer noch viel Geld gegenüber einem Einkauf in Schweden gespart, trotz saftigem Pfand. Das gilt analog auch für Dosen mit Pfand, wenn ihr sie in Deutschland wieder bekommen könnt.

Tipp 4: Dosenbier (Paletten) kannn man pfandfrei z. B. vom citti-Markt in Kiel oder Lübeck mitnehmen. Dafür muss man allerdings eine schwedischsprachige Exporterklärung ausfüllen, in der man eine schwedische Adresse und Personennummer angeben muss (Ausweis wird verlangt). Insofern ist dieser Tipp in erster Linie für deutsche Ferienhausbesitzer oder Auswanderer interessant. Ich bin unsicher, ob ein Fährticket vom selben Abend bereits als Nachweis darüber ausreicht, dass das Bier für den Export gekauft wird. Fragt am besten bei citti nach, wie die aktuellen Bedingungen sind.

Wein in Schweden

Einige exzellente Weine sind hier im Systembolaget tatsächlich billiger als in Deutschland, weil Systembolaget große Mengen einkauft. Für die untere und mittlere Preiskategorie gilt allerdings, dass die Preise in Deutschland deutlich niedriger sind.

Wein-Tipps

So ist die Lage in Schweden: Ein J.P. Chenet Cabernet-Syrah, 3-l-Bag-in-Box, kostet SEK 229 (Januar 2026), also allenfalls 50% mehr als in Deutschland. Umgerechnet auf eine Flasche 0,75 l landet man damit bei einem Preis von 5,35 Euro pro Flasche Wein. Auch das ist also kein schlimmer Preis.

Tipp 1: Wenn ihr lange im Urlaub unterwegs seid und keine Flaschen transportieren wollt, empfiehlt es sich, Schläuche (Bag-in-Box) aus Deutschland mitzunehmen. Es gibt sie meist mit zwei, drei oder fünf Litern. Manche Getränkehändler in Deutschland haben auch 1,5-Liter-Schläuche im Sortiment.

Tipp 2: Überdies werden in Deutschland auch 1-l-Tetra-Packs verkauft. Fragt in Eurem Getränkemarkt, wie die Qualität ist. In normalen Lebensmittelgeschäften sind die Tetra-Packs eher von zweifelhafter Qualität.

Systembolaget

Aktuelle Preise für Alkohol in Schweden

Wenn ihr wissen wollt, was es in Schweden gibt und was es kostet, findet ihr Infos auf der Website von Systembolaget.

Umsätze von Systembolaget

Nach deutlichen Rückgängen Ende der 90er Jahre nehmen die Umsätze von Systembolaget wieder zu. Dafür gibt es mehrere Gründe:

  • Die Schweden fahren seltener zum Hamstern nach Deutschland oder Polen, weshalb sie zu Hause mehr einkaufen.
  • Offenbar wandeln sich auch die Gewohnheiten. Früher tranken die Schweden oft nur am Wochenende, dann manchmal auch viel zu viel. Nun setzt sich eine eher „kontinentale“ Alkohol-Gewohnheit durch: häufiger, aber weniger.
  • Eine Rolle bei der Umsatzsteigerung spielen auch die Norweger und Finnen. Sie kaufen immer mehr in Schweden ein, weil die Preise hier deutlich niedriger sind.

Auch in Schweden gilt aber: Vor allem junge Leute verzichten immer öfter auf Alkohol und trinken alkoholfreie Getränke.

Eine Bierprobe in Schweden – ein Selbstversuch mit fünf Biersorten aus dem Angebot von Systembolaget

Bier in Schweden

Fünf Biersorten aus dem Angebot von Systembolaget

Systembolaget: Fünf Biere vom Typ

Alle fünf Biere auf einen Blick (Screenshot der Website von Sytembolaget 2009)

Die fünf Biersorten werden in Schweden von Systembolaget, dem staatlichen Monopolgeschäft für Alkohol, als „ljus lager“ verkauft, also als helles Lagerbier. Die fünf Sorten stammten aus dem Standard-Sortiment einer Filiale im Süden Göteborgs. Weil ich auch auf den Preis gesehen habe, kamen für meine kleine Bierverkostung nur Halbliter-Dosen bzw. -Flaschen in Frage. Dosen/Flaschen mit 0,33 l sind nämlich teurer, wenn man auf den Literpreis schaut.

Anders als in Deutschland ist in Schweden die Dose noch immer die vorherrschende Verpackungsform bei Bier.

Zähflüssig, süß und „schwer“

Alle fünf Sorten meiner Bierprobe kamen mir zähflüssig, süß und „schwer“ vor. Dabei hatte ich von vornherein keine Biere mit mehr als 5,3 % vol. gekauft. Dazu kamen merkwürdige Geschmacksnuancen von Ananas bis Zitrone. Enttäuscht hat mich vor allem das Pilsner Urquell. Es erinnerte mich geschmacklich kaum an das Pilsner Urquell, das ich aus Deutschland kenne.

Bier-Fragen

Mir stellen sich einige Fragen:

  • Was geschieht mit den Bieren, die Systembolaget importiert? Werden die Biere geschmacklich dem schwedischen Markt angepasst? Gilt das für alle Biere oder nur einige?
  • Warum ist der Biergeschmack in Schweden anders? (Ja, ich weiß, dass viele Lebensmittel und Getränke in Schweden süßer als auf dem Kontinent sind.)
  • Gibt es im Sortiment von Systembolaget dennoch einige helle, frische und herbe Biere, wie man sie aus West-, Nord- und Ostdeutschland kennt, und zwar in Halbliterflasche/-dose? Wernesgrüner Pils und Bitburger Pils habe ich zumindest im Systembolaget entdeckt.

Systembolaget Rücknahme

Zu meinem Geschmack: Ich bin aus Deutschland gewohnt, dass man ein durstlöschendes Bier zum Essen trinkt, z. B. ein Bitburger, Warsteiner, Holsten, Jever, Radeberger usw. Aber auch Kölsch und Alt habe ich im Rheinland gern getrunken. Süße Biere mit starkem Alkoholgehalt sind mir fremd.

„Öppet köp“: Ich habe das Bier zurückgebracht

Ich habe zwei Dosen bzw. Flaschen jeder Biersorte gekauft. Die jeweils zweite Dose bzw. Flasche brachte ich wieder zurück. Systembolaget erlaubt drei Wochen „öppet köp“, d. h., man kann die gekauften Waren ohne Angabe von Gründen wieder zurückbringen und sein Geld zurückerhalten („återköp“). Das Prozedere ist zwar etwas umständlich, aber keiner sieht einen deshalb komisch an.

200 Mikrobrauereien

Seit ich meine Bierprobe gemacht habe, haben sich immer mehr Mikrobrauereien in Schweden etabliert, vor allem in Göteborg. Es waren in der Spizte bis zu 200 (mittlerweile sinkt ihre Zahl wieder). Ihre Biere werden bei Systembolaget als Premium-Biere geführt und kosten in der Regel ca. 40 bis 50 SEK/Liter. Bei diesen Bieren kann man schöne Entdeckungen machen, z. B. sehr schmackhafte IPAs. Teilweise findet man diese Biere auch im Ausschank von Restaurants, Kneipen und Bistros.

Bier holen aus Deutschland  – zwei Umweltsünden

Ich bin auch schon einige Male nach Deutschland gefahren, nur um bei Lidl oder Aldi deutsches Bier (und einige andere Dinge) einzukaufen. Dafür kann man von Göteborg aus 16 Stunden veranschlagen, sechs hin und sechs zurück, dazu vier Stunden einkaufen. Ich bin nach Burg auf Fehmarn gefahren (zunächst mit der Fähre Helsingborg – Helsingør, dann mit der Fähre Rødby – Puttgarden). Rund 850 km waren das hin und zurück – morgens um 6 losgefahren, abends um 10 wieder zu Hause. Das ist eine ganz schöne Ochsentour und natürlich auch eine ziemliche Umweltsünde.

Die Umweltsünde, die die Schweden begehen, ist allerdings doppelt so groß. Sie fahren nach Burg auf Fehmarn, um ihr schwedisches Bier billiger einzukaufen. Dieses Bier ist manchmal am selben Morgen per LKW aus Schweden angekommen. Am Nachmittag findet das Bier dann per PKW den Weg wieder zurück nach Schweden. Auch das ist eine Folge der schwedischen Alkoholpolitik. Zum Glück werden solche Fahrten immer seltener, weil Systembolaget seit einigen Jahren die Preise kaum erhöht hat – damit gleichen sich die Preise in Schweden und auf dem Kontinent immer mehr an.

Wodka als Dankeschön?

Wenn man im Urlaub unterwegs ist und Hilfe benötigt, kann eine Flasche Wodka aus dem Kofferraum oft Wunder tun. Allerdings sollte man damit diskret und vorsichtig sein, auch weil nicht wenige Schweden Abstinenzler sind. Mehr dazu bei mir im Reise-Knigge für Schweden. Je weiter man in Schweden nach Norden kommt, desto höher steht eine Flasche Wodka im Kurs, selbst eine Billigflasche von Aldi. Was viele Schweden übrigens auch mögen, ist Jägermeister.