Fjällbacka in Bohuslän:
Spannend nicht nur der Krimis wegen
An der schwedischen Westküste ist im Sommer der Trubel groß. Zu den bekanntesten
westschwedischen Touristenzielen zählt Fjällbacka in Bohuslän, ein Fischerdorf und Ferienort
zwischen Hamburgsund im Süden und Grebbestad im Norden. Wir wollten wegen des "Predigers von
Fjällbacka" dorthin und uns auch die Kirche ansehen. Auf den Spuren des Camilla-Läckberg-Krimis
wandelte aber schon eine Hochzeitsgesellschaft, so dass die Kirche leider für uns geschlossen
blieb.
Hochzeit unter den Blicken der Touristen
Die Hochzeitsgesellschaft trafen wir später auf dem Weg zum Hafen wieder. Es waren
herausgeputzte Menschen in edlen Anzügen, kurzen Röcken oder langen Kleidern, manche gar mit Hut.
Einige Frauen trugen ihre Pumps in der Hand, denn der Weg zum Hafen stammt noch aus der Zeit des
Kopfsteinpflasters und war nur barfuß zu bewältigen. Unter all den Urlaubern in Freizeitkleidung
erregte die feine Gesellschaft Aufsehen.
Im Hafen wartete ein kleines Charter-Boot auf die Braut und den Bräutigam. Mit an Bord durften
nur die beiden Brautzeugen, die für den Champagner, die gute Laune sowie für Film und Foto
zuständig waren. Der Rest der Gesellschaft bestieg ein größeres Boot und durfte dem Brautpaar
hinterher schippern. All das spielte sich unter Hunderten von Augen an Fjällbackas Ingrid Bergmans
Torg ab. Hier, direkt am Wasser, sitzen die Café-, Restaurant- und Pub-Gäste wie in einem
Amphitheater und verfolgen neugierig das Schauspiel auf dem Wasser.
Bohusläns schönster Küstenort?
Fjällbacka ist typische Westküste, im Winter verschlafen und im Sommer lebendig und aus allen
Nähten platzend. Hierhin zieht es nicht zuletzt viele reiche Norweger, was man leicht an den dicken
Motor- und Segelyachten im Hafen erkennen kann.
Bekannt ist das pittoreske Fjällbacka für Vetteberget, den imposanten Felsen, unter dem einige
Häuser an der Hamngatan gebaut sind. Man erwartet jeden Moment, dass er diese alten Bauwerke unter
sich begräbt. In der Tat hat man die Steilklippen an manchen Stellen bereits mit gewagten
Betonkonstruktionen abgesichert. Wie lange wird das gutgehen?
Wer unsere Fotos sieht, mag verstehen, warum die Tageszeitung Göteborgs-Posten Fjällbacka "zu
Bohusläns vielleicht schönstem Küstenort" gekürt hat. Entlang der Hamngatan und im Zentrum des Orts
gibt es alte Schuhläden, winzige Buchhandlungen und puppenstubenhafte Bäckereien, in denen man
sogar ein richtiges Sauerteigbrot und frisch gebackene Plätzchen kaufen kann.
Verpflegungstipp
Allerdings mussten wir wieder einmal einsehen, dass man zur Sommerzeit die Finger von den
schwedischen Würstchenbuden lassen sollte. In der Hochsaison sind nämlich oft junge Aushilfskräfte
an Friteuse und Herd tätig, die zwar freundlich, aber eben ungeübt und manchmal auch überfordert
sind. Unsere Würstchen jedenfalls waren lauwarm und nicht fertig gebraten, das Eis halb
geschmolzen. Für diese Enttäuschung hatten wir zehn Minuten anstehen müssen.
Unser Tipp: Meist ist es besser, man geht in den nächsten Supermarkt, holt sich ein frisches
Baguette, den einen oder anderen schmackhaften Aufschnitt und anschließend ein Eis aus der
Tiefkühltruhe. Unter dem Strich ist das nahrhafter, leckerer und billiger als am
"korvkiosk".
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