Malmö
Wem Schweden manchmal zu schwedisch ist, sollte Malmö besuchen. Malmö ist kontinental. Hier gibt
es Eckkneipen (selbst an einem Samstagabend ohne Türsteher), die Autofahrer hupen ganz
unschwedisch, Hunde dürfen frei herumlaufen (nördlicher Teil des Ribersborgsstranden), Bäckereien
heißen "brödbutik" (also "Brotladen"), der Busfahrer spielt arabische Musik in seinem Radio, manche
Restaurants haben eine gemeinsame Toilette für Männer und Frauen, und beim Servieren legt der
Kellner auch schon mal die Hand auf die Schulter seines Gastes.
Malmö ist ideal für Fahrradfahrer und Badefreunde
Malmö hat zahlreiche große Plätze, breite Straßen und schmucke Boulevards. Überall ist viel
Platz, selbst in der Innenstadt. Malmö ist deshalb auch ein Paradies für Fahrradfahrer.
Und im Sommer sollte man die Badehose nicht vergessen. Mitten in der Stadt liegt ein prima
Sandstrand am Öresund: Ribersborgsstranden, kurz "Ribban". Für Kaltwasserfreunde gibt es dort sogar
eine Winter-Bademöglichkeit mit Sauna, Café und Restaurant: Ribersborgs Kallbadhus.
Malmös Bedeutung und Anziehungskraft werden oft unterschätzt
Im Vergleich zu Stockholm und Göteborg
findet Malmö in deutschen Reiseführern meist wenig Beachtung. In Sabine Gorsemanns sonst
hervorragendem Buch "Südschweden" wird
Stockholm auf 76 Seiten präsentiert, Göteborg immerhin noch auf 10 Seiten und Malmö nur auf 6.
Auch wir haben lange Zeit kaum über Malmö berichtet, weil es uns eher in die urschwedischen
Regionen wie Dalarna und Värmland
gezogen hat. Nun wollten unsere Kinder Malmö sehen — oder vielmehr den Ort, an dem eine
populäre schwedische Kindersendung produziert wird.
Västra Hamnen mit Turning Torso
Während der Sommerferien zeigt das schwedische Fernsehen eine Live-Sendung für Kinder aus
Västra Hamnen, dem Hafen von Malmö. Auf ehemaligem
Werftgebiet (Kockums) ist hier eine hochmoderne und architektonisch interessante Wohn- und
Bürostadt entstanden, mit dem 190 m hohen Turning Torso als
Wahrzeichen. Die Gäste der TV-Sendung müssen zum Schluss unter dem Gejohle der Zuschauer ins Wasser
springen und die Badetemperatur an einem Thermometer ablesen, das im Hafenbecken schwimmt. Im
Hintergrund sieht man dabei unzählige Segel- und Motorboote, meist viel blauen Himmel und die
leuchtend weißen Fassaden der umliegenden Bürogebäude — perfekte Werbung für einen Sommerurlaub in
Malmö.
Gamla Staden
Einen Kontrast zum hochmodernen Västra Hamnen bietet die Altstadt, Gamla Staden. Hier stehen viele Gebäude, die mehrere hundert Jahre
alt sind: schonische Fachwerkhäuser und hanseatisch anmutende Häuser aus dunkelrotem Backstein.
Immer wieder sind diese Gebäude in moderne Wintergarten-Konstruktionen aus Glas eingebunden.
Überhaupt fällt auf, dass Altes oft neben Neuem steht — ein gelungenes Beispiel ist Malmös
Hauptbahnhof. Auch was die Bauhöhe angeht, gibt es viel Abwechslung: dreigeschossige Häuser stehen
oft neben fünf- oder sechsgeschossigen Häusern. Der Mix aus Stilen, Farben und Höhen ergibt ein
buntes, munteres Stadtbild, das sich auch in der äußerst abwechslungsreichen Bebauung im Västra
Hamnen fortsetzt.
Stadtrundfahrt mit der Ringlinie 3
Eine preiswerte Stadtrundfahrt kann man mit dem Bus der Linie 3 ("ringlinje") machen. Der Bus
fährt im Kreis durch die Innenstadt Malmös. Ausgangspunkt ist der Hauptbahnhof ("Centralen").
Mit der Eisenbahn nach Malmö
Keine andere schwedische Großstadt ist von Deutschland aus so leicht mit der Eisenbahn zu
erreichen wie Malmö. Von Hamburg dauert die Fahrt nur rund fünf Stunden (ab 39 Euro für eine
einfache Fahrt, Stand: Ende 2011): Mit der Eisenbahn nach
Schweden.
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Kleiner Leuchtturm an der Einfahrt zum Innenhafen, unweit vom Hauptbahnhof

Turning Torso im Hafengebiet "Västra Hamnen" — der Wolkenkratzer ist in der Regel nicht für
Besucher geöffnet

Linie 3 fährt als Ringlinie durch Malmö — ideal für eine preiswerte Stadtrundfahrt
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