Arvidsjaur – Lappstaden, Bergwandern und winterliche Autotests

Arvidsjaur

Arvidsjaur ist ein Straßendorf. Die lange Storgatan verläuft von Südost nach Nordwest durch das Zentrum. Sie ist zugleich die Straße 95. Links und rechts liegen die Geschäfte. Als ich zu Besuch war, wurde ein Großteil dieser Durchfahrtsstraße neu gepflastert und verkehrsberuhigt. Überall wurden junge Birken als Straßenbäume gepflanzt.

Mit 4.500 Einwohnern im Zentralort ist Arvidsjaur gar nicht so klein. Arvidsjaur scheint es auch nicht schlecht zu gehen. Im Sommer kommen die Touristen, im Winter die Autotester aus ganz Europa. Überdies hat Arvidsjaur ein aktives Regiment (K4), das vor allem der Ausbildung von zwei nordschwedischen Jägerbataillonen dient.

Vor allem wegen der Autotester verfügt Arvidsjaur auch über einen eigenen Flughafen. Von Dezember bis März gibt es Flüge von Hannover, Frankfurt-Hahn, Stuttgart und München. Die werden zwar in erster Linie von den Autoherstellern genutzt, oft kann man aber auch als Privatperson mitfliegen.

Bei meinem Besuch in Arvidsjaur steuerte ich drei Ziele an. Alle drei hatte mir die Touristeninformation empfohlen.

Innenstadtnaher Aussichtsberg

Zunächst fuhr ich auf den Lillberget, um mir die Stadt von oben anzusehen. Ich bin den Västlundavägen am Regiment vorbei und hoch bis auf den Berg gefahren. Die ersten zwei Bilder auf dieser Seite entstanden da oben. Wie Ihr seht, ist die Aussicht prima.

Heimatmuseum

Da ich dringend einen Kaffee brauchte, habe ich danach Station im Heimatmuseum gemacht. Es liegt im Nordwesten der Stadt direkt an dem großen Kreisverkehr, an dem sich die Straße 95 und die E45 treffen.

Im Heimatmuseum (Hembygdsmuseum) befindet sich im zweiten Stock ein kleines Sommercafé inmitten alter Bücher, Textilien und Haushaltsgegenstände. Weiter unten auf dieser Seite habe ich mal versucht, das Idyll in einer Panoramaaufnahme zu erfassen.

Im Stockwerk unter dem Café findet Ihr eine Wohnung mit diversen Zimmern im Originalzustand. Um das Haupthaus herum liegen weitere Häuschen. Eines ist das älteste Gebäude Arvidsjaurs. Es ist klein wie eine Puppenstube und sehr einfach.

Am Museum beginnt auch ein kurzer Wanderweg. Er führt um den Prästtjärn herum, einen kleinen See. Prästtjärnsstigen heißt der 2,5-km-Rundwanderweg. Eine Stunde soll man für die Strecke benötigen.

Lappstaden

Meine dritte Station war Lappstaden unweit der Kirche. Dort entstanden die letzten vier Bilder auf dieser Seite. Diese Hütten (Koten) sind Teil einer Kirchstadt, wie es sie früher oft im hohen Norden Schwedens gab. Heute existieren nur noch 16 davon. In den Hütten übernachteten die Sami (Samen, Lappen), wenn sie an Feiertagen oder sonntags zur Kirche gingen. Es gab auch entsprechende Gebäude für Bauern und Bürger – die stehen aber alle nicht mehr.

Arvidsjaur ist Kerngebiet der Waldsamen. Jeder Familienhaushalt besaß nur etwa zehn Rentiere. In erster Linie lebten die Waldsamen von Fischfang und Jagd. Die Rentiere wurden nicht auf Berge oder Hochebenen getrieben, sondern fanden ihr Futter in den umliegenden Wäldern.

Lappstaden ist auch Ausgangspunkt für einen 6-km-Rundwanderweg. Er heißt Kyrkstigen, also Kirchpfad. Es gibt Grillplätze, einen Vogelturm und schöne Ausblicke auf einen kleinen und einen großen See: Västra Ringlet und Arvidsjaursjön.

Im Arvidsjaursjön entspringt der Fluss Byskeälven, der dann nach 215 km bei Byske in der Gemeinde Skellefteå in den Bottnischen Meerbusen mündet.

Bergwandern: Top-of-Arvidsjaur-Karte

Im Sommer kann man in der großen Gemeinde Arvidsjaur Gipfel “sammeln”. Es gibt eine Gipfelkarte (“toppkort”), auf der man festhalten kann, welche Berggipfel man auf seinen Wanderungen bestiegen hat. Die meisten sind nur zwischen 500 und 700 m hoch und leicht zu erreichen. Man bezeichnet die Berge hier als “lågfjäll”, also Niedrigfjäll.

Geschichte der Autotests

Falls Euch die winterlichen Autotests interessieren, findet Ihr am Flughafen von Arvidsjaur eine Ausstellung zur Geschichte der Tests. Unter den Ausstellern befinden sich Mercedes-Benz, BMW, Bosch und Continental. Die Öffnungszeiten stehen auf der Website des Flughafens. Von Dezember bis März wird am Flughafen auch ein Restaurant betrieben.

Unsere Seiten über Arvidsjaur

Rastplatz Ljusselforsen an der E45 – Die Burmabrücke über den Piteälven

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Arvidsjaur

Aussichtsturm, wo auch das Bild oben auf dieser Seite entstand

Arvidsjaur

Im Zentrum – Arvidsjaur ist ein langes Straßendorf

Arvidsjaur

Heimatmuseum mit Café

Arvidsjaur

Das Café im zweiten Stock – wie alle Bilder könnt Ihr auch dieses anklicken und vergrößern

Arvidsjaur

Arvidsjaur

Arvidsjaur

Unterhalb vom Heimatmuseum bei dem kleinen See Prästtjärn

Arvidsjaur

Lappstaden

Arvidsjaur

Arvidsjaur

Arvidsjaur