Gammelstads Kirchstadt – Weltkulturerbe in Luleå

Gammelstads Kirchstadt - Weltkulturerbe in Luleå

Diese Siedlung ist schon sehr merkwürdig: Sie ist 500 Jahre alt, meist ziemlich öde und mitten auf dem Land gelegen. Und dennoch ist dies hier die Altstadt von Luleå – zehn Kilometer vom heutigen Zentrum Luleås entfernt. Der Grund für die einsame Lage ist die Landhebung. Luleå musste schon knapp dreißig Jahre nach seiner Gründung umziehen. Der Hafen hatte nämlich nicht mehr genug Tiefgang. Die Stadt zog also näher ans Meer. Das geschah im Jahr 1649. Der erste Siedlungsort bekam den Namen “Gammelstad”, was das gleiche wie “Gamla stan” in Stockholm ist. Es bedeutet “die alte Stadt” oder “Altstadt”.

In Gammelstads Kirchstadt stehen rund 400 Holzhäuschen. Die meisten sind falunrot, einige sind nicht gestrichen. Die Häuschen sind um eine mittelalterliche Steinkirche von 1492 herum gruppiert, die Nederluleå Kyrka (“Kirche von Nieder-Luleå”).

Eigentlich ist das ein Dorf. Man sagt aber trotzdem Kirchstadt.

Was ist eine Kirchstadt?

Die Siedlung ist eine Kirchstadt. Viele Kirchstädte in Nordschweden sind leider abgerissen, aber an einigen Orten gibt es sie noch. Ich denke dabei vor allem an das idyllische Fatmomakke am Vildmarksvägen in Vilhelmina. Was aber ist eine Kirchstadt?

Schweden ist sehr dünn besiedelt, vor allem hoch oben im Norden. Wer zur Kirche gehen wollte (oder musste, denn das war damals Pflicht), hatte oft große Wege zurückzulegen. Damit das machbar war, bauten sich die reicheren Bauern kleine Häuschen und Stallungen um die Kirche herum. So konnten sie dort übernachten, den Gottesdienst besuchen und sich anschließend auf den langen Weg nach Hause machen.

In einer Kirchstadt traf man sich zum sonntäglichen Gottesdienst und zu besonderen Anlässen. Hier wurde aber nicht nur gebetet. Hier wurde auch gefeiert, hier hatte man nämlich “frei”. Und die Jugend ging auf Brautschau, wozu sie ja sonst kaum Gelegenheit hatte. Dafür gab es sogar spezielle “Jugendwochenenden”.

Die Häuschen werden auch heute vorwiegend für den Kirchgang genutzt, vor allem zu besonderen Anlässen wie z. B. Mittsommer. Die Häuschen sind nicht permanent bewohnt. Sie haben auch kein fließend Wasser, allenfalls Strom.

Ein populäres Besuchsziel

Seit 1996 gehört die Kirchstadt von Luleå zum Weltkulturerbe.

Gleich neben der Kirchstadt liegt zudem ein Freilichtmuseum, das Hägnan. Diese Kombination lockt viele Touristen an. Man kann in Gammelstad bummeln, Souvenirs kaufen (Shop in Lapland, Rutviksvägen 40), zu Mittag essen (Kafé Fägnan im Freilichtmuseum) oder Kaffee trinken. Zwei, drei Stunden sollte man in Gammelstad einplanen.

Bei schönem Wetter könnt Ihr hier auch mehr Zeit verbringen und wandern. Es gibt ein Naturreservat (Gammelstadsviken) und einen Wanderweg (Mattisberget).

Besucherzentrum

Mitten in Gammelstads Kirchstadt und gegenüber der Kirche (Kyrktorget) findet Ihr ein Besucherzentrum mit Broschüren und Karten. Souvenirs kann man hier ebenfalls kaufen. Im Obergeschoss befindet sich eine Ausstellung.

Mehr Infos

www.visitgammelstad.se


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Gammelstads Kirchstadt - Weltkulturerbe in Luleå

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